Baillie (Matthew), berühmter engl. Arzt und Anatom, geb. 27. Okt. 1761 zu Shotts in der schott. Grafschaft Lanark, studierte in London Medizin und wurde bereits in seinem 20. Jahre als Demonstrator der Anatomie angestellt. Er eröffnete 1785 mit Cruikshank den ersten anatom. Kursus, welcher bald von zahlreichen Schülern besucht ward. Mit nicht weniger glänzendem Erfolge wirkte B. als praktischer Arzt, sodaß man ihm 1787 das Amt eines Arztes am St.⸗Georgehospital übertrug. Nachdem er 1789 zu London promoviert hatte, begann er die Bearbeitung seines pathol.⸗anatom. dantonch welches seinen Ruf auch im Auslande begründete. Er war auch Leibarzt der Prinzessin Charlotte und konsultierender Arzt des Königs Wen III. B. starb 23. Sept. 1823. Von seinen Werken sind zu erwähnen: The morbid anatomy of some of the most important parts of the human bodys (CLond. 1793; neue Aufl. von Wardrop, Lond. 1833; deutsch von Hohnbaum, Berl. 1820)1 series of engravings to illustrate the morbid anatomy of the human body (10 Hefte, Lond. 1799 — 1812); (Lectures and observations on medicine (Lond. 1825). Von Wardrop wurden herausgegeben The works of 910 0— 499, Lond. 1825; deutsch von Leukfeld, Halberst. 1829). . Bat 0 ierre), berühmter franz. Violinspieler, geb. zu Passy bei Paris 1. Okt. 1771, bildete sich in Paris und Rom in seiner Kunst aus und lebte seit 1785 in verschiedenen Städten des südl. Frankreich, bis er 1791 nach Paris ging, wo er durch Viotti eine Stelle im Orchester des Theätre Feydeau erhielt, die er aber bald mit einer im Finanzministerium vertauschte. Er bekleidete dieselbe mehrere Jahre, wurde dann nach Gründung des pariser Konservatoriums (1795) als Professor bei dieser Anstalt angestellt und machte 1805 in Gesellschaft des Violoncellisten Lamare eine Kunstreise nach Rußland, die über drei Runder währte; 1815 folgten Reisen nach den Niederlanden und England. Im J. 1814 richtete er seine berühmt gewordenen Quartettproduktionen ein; 1821—-31 war er erster Violinist an der Großen Oper; seit 1825 nahm er dieselbe Stellung in der königl. Kapelle ein. Er starb 15. Sept. 1842. B.s Spiel war höchst ausgezeichnet durch großen Ton und durch edle Vortragsmanier. Eine bedeutende Stelle in der Violinlitteratur behaupten sein Lehrbuch des Violinspiels Art du violono (Par. 1833), sowie seine Etuden, Capricen, Konzerte und Duetten. Außerdem hat er im Verein mit Rode und Kreutzer die Violinschule des Konservatoriums, und mit Catel, Levasseur und Baudiot die Violoncellschule derselben Anstalt bearbeitet.