Bohrer (frz. forets, pergoirs, tarières, engl. borers, drills, augers) und Bohrmaschinen (frz. machines à percer, machines à aléser, engl. boring-machines, drilling-machines), im eigentlichen Sinne Werkzeuge und Vorrichtungen zur Herstelbed kreisrunder Löcher in einem festen Körper, wobei die zu 3, Fabenn u Teile des Materials nicht als Ganzes, sondern in Form von Spänen oder ochbohrmaschinen); im weitern Sinn auch diejenigen Werkzeuge und Vorrichtungen, welche zum Ausarbeiten bereits vorhandener Höhlungen dienen linderbohrer und Cylinderbohrmaschinen). R. eiden Fällen wird die Wirkung durch die drehende und fortschreitende Bewegung des Bohrers (seltener des Arbeitsstücks) erreicht. Die größte Bedeutung 5⁰ Industrie und Technik haben die Bohrer und ohrmaschinen für Stein, Metall und Holz. Über die erstern s. die Artikel Bergbohrer und Bohr-An jedem vollständigen Bohrwerkzeug sind zwei Hauptteile zu unterscheiden: das schneidende Instrument, die Bohrspitze oder der Bohrer im engern Sinne, und der Apparat, mittels dessen die Umdrehung desselben sowie der erforderliche Druck auf das Arbeitsstück hervorgebracht wird. In allen ällen, in welchen die drehende Bewegung mit der nd hervorge racht wird aung verneht u ist es der Bohrer, welcher in Umdrehung versetzt wird, während beim Bobren auf der Drehbank oder mit der Bohrmaschine entweder der Bohrer oder das Arbeitsstück die Drehung empfängt. Von besonderer Wichtigkeit ist bei den Bohrern die Form der schneidenden Kanten 4 408 durch die Härte des zu bearbeitenden Materials bedingt wird, und zwar ist der Zuschärfungswinkel um so größer, je härter das Material ist. Demgemäß sind die Schneiden der Holzbohrer gewöhnlich spitzwinkelig (messerartig) zugesche t, Rrel von die der Metallbohrer meist unter einem Winkel von 45—80 liegen. Bei den kleinen Metallbohrern, wie sie beispielsweise in der hrenfabrikation zur Anwendung kommen, bei welchen zwei unter einem Winkel von 80—120 zusammenlaufende 2½ eine in der Achsenrichtung des Werkzeugs liegende Spitze bilden, sind diese Schneiden, um in beiden Drehrichtungen anzugreifen, zweiseitig zugeschärft, weshalb man den Bohrer abwechselnd einige Drehungen nach rechts und dann nach links machen läßt (zweischneidige Bohrer). Da hier wegen der Schwäche des Werkzeugs kein bedeutender Druck angewendet werden kann, müssen diese Bohrer in sehr schnelle Bewegung verfetzt werden, wodurch sie zahlreiche feine Späne bilden. Größere Bohrer, die stets ununterbrochen nach rechts gedreht werden und deren Schneiden daher einseiti Iageschurft sind (einschneidige Bohrer), werden meist angsamer, aber unter stärkerm Druck bewegt, sodaß sie wenige, aber dicke Späne erzeugen. Eine sehr gebräuchliche Form des Metallbohrers ist auf Tafel: Bohrmaschinen, in Fig. 1 dargestellt, ein mit zwei sich diametral gegenüberliegenden Furchen versehener Stahlcylinder, dessen Spitze aus zwei angeschliffenen Facetten entsteht. Fig. 2 stellt den gewöhnlichen Spitzbohrer dar, dessen unten verbreitertes Ende annähernd die Form einer Hleichmaßt hat und in zwei entgegengesetzt, aber gleichmäßig unter einem Winkel von 45 —60 zur Achse geneigte Schneiden endigt. Den Schneiden dieses Bohrers gibt man öfters die Form, daß sie ebensowohl bei Links⸗ als bei Rechtsdrehung angreifen. 1 3 daot einen verbesserten Spitzbohrer, bei welchem der den Schneiden nachfolgende Teil auf eine größere Länge eine Breite gleich dem Durchmesser der Bohrung hat, wodurch die sichere Führung der Bohrspitze selbst bei ungleicher Härte des Materials erreicht ist. Als die vollkommenste Form des Metallbohrers kann der in Fig. 4 dargestellte amerikanische Spiralbohrer gelten, dessen „½ gewundener Schaft genau der Weite der Bohrung entspricht, sodaß das Werkzeug im Loch unbedingt sicher geführt wird, während die schraubenformigen Furchen einen ganz regelmäßigen Austritt der Späne gestatten. Von den Bohrapparaten sind zwei Arten in Gebrauch: die eine mit wechselnder Drehrichtung, die andere mit kontinuierlicher Drehung nach rechts. Zu den Bohrgeräten mit wechselnder Drehung, also für zweischneidige Bohrer, Ko der lin beiessen Spindel an dem der Bohrspitze entgegengesetzten Ende eine Rolle aus Holz, Horn oder Messing trägt. Zur Bewegung dient der Bohr⸗ oder Drehbogen, wegen seiner entfernten Ahnlichkeit mit einem Violinbogen, auch Fiedelbogen genannt. Derselbe besteht in einem Stab aus Fischbein oder Spanischem Rohr oder and in einer elastischen stählernen Klinge, an deren beiden Enden eine Hansschnur, Darmsaite, ein Pferdehaar oder schmaler lederner Riemen derart befestigt ist, daß, wenn diese Sehne um die Rolle geschlungen ist, der gekrümmte Stab vermöge seiner Elasticität die uf durch 3. Spannung ereugt, worauf durch Hin⸗ und Herziehen es Bogens die wechselnde ang e4 bewirkt wird. Wo zur Bewegung des Rol⸗ Fig. 1. lenbohrers kein Raum vorhanden ist, wird der Archimedische oder Drillbohrer 0 beistehende Fig. 2) zweckmäßig angewendet, der eine Drehung durch eine Schraube mit steilem Gewinde erhält. Eine mit 6—12 * steil liegenden Gewindegängen verlichen Stahlspitze versehen, dient sie Gas Fig. 2 dem Rollenbohrer zum Bohren auf Glas, für welchen Zweck die Spitze während des Bohrens mit Terpentinöl oder Petroleum benetzt wird. Die Handhabung der einschneidigen Metallbohrer mit kontinuierlicher fler, 5 geschieht auel der mittels der Brustleier, der Bohrkurbel, der Bohrratsche und des den de Torn Die Brustleier hat im wesentlichen die Form eines C, bei welchem man sich an dem einen Ende die Bohrspitze, am andern einen drehbaren Knopf so zu denken hat, daß die Achsen beider in eine gerade Linie fallen. Der Knopf wird beim Bohren gegen die Brust gesetzt; die Spitze befindet sich demnach in horizontaler Lage, während mit der Hand die mittlere Kröpfung des Werkzeugs erfaßt und im Kreise herumbewegt wird. Wo zur Erzeugung großer und tiefer Löcher der mit der Brust ausgeübte Druck nicht hinreicht, oder wo Löcher in senkrechter Richtung gebohrt werden müssen, wird die der Brustleier ähnliche, nur stärker gebaute Bohrkurbel angewendet, die in Verbindung mit einem Gestell fälschlich Bohrmaschine genannt wird. Wie Fig. 5 der Tafel erkennen läßt, wird hier der Druck durch Vermittelung einer Schraube ausgeübt, deren Muttergewinde inner Halb eines am Gestell befindlichen horizontalen Arms angebracht ist, wodurch es möglich wird, die Schneiden mit einer der Härte des Materials ent sprechenden Kraft auf das Arbeitsstück wirken zu lassen. Während die rechte Hand die Kröpfun der