FeedBohrmaschine
TechnikBrockhaus 1882

Bohrmaschine gebracht werden können. Nachdem der Apparat, dessen Einrichtung nach dem Vorstehenden aus der Abbildung leicht verständlich ist, am Arbeitsstück befestigt worden ist, wird die Bewegung der Transmissionswelle durch eine endlose Schnur übertragen, die durch ein ++. . Gewicht gespannt erhalten wird, gleichviel in welcher Entfernung von der Transmissionswelle der Apparat sich befindet. Eine in neuester Zeit für Metall⸗ und Holzarbeit zu größerer Bedeutung gelangte Abart der Bohrmaschine ist die Langlochbohrmaschine (Nutenbohrmaschine, Fig. 22—24), durch deren Anwendung statt eines kreisrunden Lochs ein Langloch, d. h. eine Furche oder ein des Bogrerr dessen Breite gleich dem Durchmesser des Bohrers ist. Es wird dies erreicht, indem zu den beiden Arbeitsbewegungen (der drehenden und der in vertikaler Richtung umeKaerndlin E eine dritte, nämlich eine langsame, geradlinige Verschiebung des Arbeitsstücks rechtwinkelig zur Bohrerachse (Fig. 22) oder bei ruhendem Arbeitsstück (Fig. 23 und 24) des Bohrers, hinzukommt. Die Wirkungsweise ist hierbei folgende: Denkt man sich den Bohrer bis zu einer gewissen Tiefe in das Material eingedrungen, und tritt alsdann eine geradlinige seitliche Verschiebes Dohrers die sich bei jedesmaliger Tieferstellung des Bohrers wiederholt, so wird eine Nute mit halbcqylindrisch abgerundeten Ecken von vollendeter auberkeit und Glätte erzeugt. — solche Weise werden jetzt meist die früher mit Meißel oder Stemmeisen mühsam ausgearbeiteten Keilnuten der Radwellen hergestellt. Diese Maschinen bilden den Übergang zu den Fräsmaschinen (s.d.), zu deren daben. sie wohl die erste Veranlassung gegeben aben. Bei den Maschinen zur Herstellung langer, rohrartiger Höhlungen sind wiederum einerseits diejenigen Konstruktionen zu unterscheiden, welche, wie die Kanonenbohrmaschinen, die Oanße Höhlung in einem massiven Stück zu erzeugen haben, andererseits diejenigen, welche einen der Form nach bereits fertigen Cylinder im Innern zu glätten, zu runden oder zu erweitern haben. Bei den letztern, den eigentlichen Cylinderbohrmaschinen, wie sie zum Ausbohren der Pumpenstiefel, Dampf⸗ und Gebläsecylinder benutzt werden, besteht, von den beschriebenen Maschinen völlig abweichend, der Bohrer aus einer durch den Cylinder hindurchgehenden, außerhalb desselben an den Endpunkten durch weue unterstützten ½½%½ . Welle Bohrwelle, Vohrtopf be oder Bohrstange), auf welcher sich der Bohrkopf befindet — eine gußeiserne Scheibe, in der Mitte mit einem genau auf die Welle passenden Loch versehen, auf deren Umfang die das Ausbohren bewirkenden Messer oder Schneiden eingesetzt sind. Bei diesen Maschinen wird durch ein Rädervorgelege von der Transmissionswelle der Bohrspindel eine langsame drehende Bewegung erteilt, an welcher der Bohrkopf teilnimmt. Die Verschiebung des letztern auf der Bohrspindel in der Längenrichtung des Cylinders wird durch folgende Einrichtung bewirkt: Auf der Bohrstange läuft in der Längenrichtung derselben eine Furche, in welcher sich eine Schraubenspindel befindet. An dem Bohrkopf ist ein Eisenstück Ie Scrauben welches das Mutter-Dle Lam für die Schraubenspindel enthält und in ie Längenfurche hineinfaßt, 5 eine drehende Bewegung des Bohrkopfs auf der Welle nicht möglich ist, wohl aber eine Verschiebung desselben stattnden kann. Die Drehung der rechts aus der Bohrtange hervorragenden Schraubenspindel und somit ie Weiterbewegung des Bohrkopfs erfolgt durch vier Zahnräder, von denen das eine des obern Paars mit der der Gchrart das neben demselben befindliche mit der raubenspindel, die beiden untern miteinander verbunden sind. Infolge dieser Anordnung wird die Schraubenspindel in der gleichen Richtung wie die Bohrstange, nur bei weitem langsamer gedreht. Um die unrund gewordenen Dampfeylinder der Lokomotiven nachbohren zu können, ohne dieselben abnehmen zu müssen, bedient man sich tragbarer Maschinen, welche auf dem Ende des Cylinders an Stelle des abgenommenen Deckels festgeschraubt und durch eine Riemenscheibe oder mittels Handkurbel und Schwungrads betrieben werden. Nach dem male Masch ylinderbohrmaschine Kren l horizontale Maschinen werden zum usbohren kleiner Offnungen, z. B. Zapfenlager, in verschiedenen Maschinenteilen benutzt. Bei den Maschinen, welche die Wandungen einer nur an einem Ende offenen Beten zu bearbeiten haben, besteht das an dem freien Ende der Bohrspindel sitzende Werkzeug, der sichern Führung wegen, öfters aus einem Halbeylinder mit zwei Schneiden, von denen stets nur die eine in einer Drehrichtung an-Donneg zuweilen, wie bei der Maschine zum Ausohren der Gewehrläufe (Flintenbohrmaschine, Bohrbank), nur aus einem viereckigen Kloben. (Über das Bohren von Glas u. s. w. s. den betreffenden Artikel, über Schraubenbohrer und Backenbohrer s. Schraube.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 267Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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