FeedBoot
VerkehrBrockhaus 1882

Boot heißt jedes offene Fahrzeug, welches hauptsächlich durch Ruder fortbewegt wird und bei dem die Segel nur zeitweise gebraucht werden. Ein jedes Schiff führt B. mit sich, deren Größe und Zahl sich nach der Größe und dem Zwecke des erstern richten. Kriegsschiffe, Passagierdampfer und Walfischfänger schiffe sechs bis acht B., gewöhnliche Kauffahrteichiffe dagegen zwei bis drei. Die größten derselben stehen in See auf dem Verdeck in Klampen, die Schiffs. hängen in Kränen zu beiden Seiten des Schiffs. Die einzelnen B. führen verschiedene Namen. Bei Kriegsschiffen heißen sie ihrer Größe nach Barkasse, Pinnasse, Kutter, Gig und Jolle; bei Der NameB. en das Große B., Gig und Jolle. Der Name B. ist in neuerer Zeit jedoch auf größere Fahrzeuge mit einem Verdeck übergegangen, und manspnncht daher von einem Dampfboot und einem Kanonenboot. Rettungsboot ist ein besonders konstruiertes B. von Holz oder Eisen zur Rettung von Schiffbrüchigen. Es ist mit Luftkästen versehen, damit es nicht umschlagen oder untersinken kann, und so gebaut, daß es bei schwerem Sturme auch die stärkste Brandung zu überwinden vermag. Man 0 zweierlei Systeme für den Bau von Rettungsooten, das von Peake und das von Francis. Nach ersterm werden die B. aus Holz, nach letzterm aus kanneliertem Eisen konstruiert. Die Peakeschen B. sind die besten, jedoch sehr schwer (30 — 40 Ctr.), und kommen deshalb nur dort in Anwendung, wo sie nicht weite Strecken über Land transportiert zu werden brauchen. An den deutschen Küsten hat man Peakesche Rettungsboote nur an den Mündungen der großen Ströme; an den flachen, sandigen Küstenstrecken dagegen die bedeutend leichtern Francis-Boote oft meilen⸗ da man sie von ihren Stationsorten oft meilenweit auf Wagen bis in die Nähe der Strandungsstelle fahren muß. Die Peakeschen Rettungsboote haben vor andern die wertvollen Fähigkeiten voraus, sich beim Vollschlagen selbst wieder zu entleeren und beim Umschlagen sich von selbst wieder auf geraden Kiel zu legen. Bostes hieß nach einer Erzählung bei dem röm. Mythographen Hyginus (s. d.) ursprünglich Philomelos und war der Sohn der Demeter und des Jasion. Er erfand den Pflug und ward wegen dieser Erfindung von seiner Mutter samt dem Stiergespann unter dem Namen B., d. i. Stiertreiber, an den Himmel versetzt. apeh andern soll B. ein anderer Name des Arkas gewesen sein, des Sohnes des Lykaon (s. d.) und der Kallisto, den sein Vater schlachtete und dem Zeus als Mahlzeit vorsetzte, um daran, wenn sein Gast den ++ merkte, zu erkennen, ob er wirklich der Gott sei, den aber dieser ins Leben zurückrief und später mit seiner Mutter unter die Sterne versetzte. Das Sternbild B. befindet sich zwischen der Jungfrau, dem Haar der Berenice, dem Großen Bären, dem Drachen und der Schlange. Es enthält einen Stern erster Größe, den Arcturus (s. d.), über welchem vier Sterne dritter Größe ein verschobenes Viereck bilden. Dargestellt wird B. oder Arktophylax, d. i. Bärenhüter, wie die Erzähler der zweiten Überlieferung das Sternbild nennen, als ein Mann, dessen ausgestreckte Hand den Großen Bären berührt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 326Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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