Boro-Budor oder Boro-Bodo, ein pyramidalischer, großenteils noch wohlerhaltener Buddhatempel auf Java, das merkwürdigste und großartigste aller HDindubauwerke daselbst, liegt in der Residentschaft Kadu, auf dem rechten Ufer des Flusses Progo, unweit der Einmündung des Ello in denelben. Auf einer an jeder Seite 153 m langen lattform erheben sich übereinander fünf 20eckige, von einer 1,0 m hohen Steinmauer umgebene Terrassen. Die äußerste ist auf jeder Seite 123 m lang; alle haben in ihrer Mitte ein reichverziertes, überwölbtes Thor, von welchem einige Stufen zu der nächstobern Terrasse hinaufführen, und sind in der allerreichsten Weise mit architektonischen Zieraten und einer fast unglaublichen Fülle von Bildhauwerk ausgestattet. In der Mitte der innern Terrasse sind, in drei konzentrische Kreise geordnet, deren jeder sich —— r10 Fuß uber den nächstuntern erheht, 72 Dagops (f. d.) errichtet, mit ebenso vielen Buddhabildern. Ein 6 mhoher, teilweise ein625 Goit. Dagop mit einer über m' hohen Statue es Gottes bildet den Mittelpunkt und zugleich den Gipfel des ganzen, 37,186 mhohen, sich mit seinen vier Seiten an einen teilweise abgetragenen Hügel anlehnenden Bauwerks. Dasselbe wurde 1430 vollendet. Inschriften finden sich an ihm nicht. Das Material aller architektonischen und Skulpturarbeiten ist Trachyt. Der Name B. kann auf Bara Budha, d. h. großer Buddha im Sanskrit, oder auf Boro Bodo, d. h. altes Boro (Ortsname), zurückgeführt werben. Vgl. Crawfurd, «On the ruins of B. in Javap in den Transactions of the Literary Society of Bombays (Bd. 2, Lond. 1823); Raffles, The history of Javan (Bd. 2, Lond. 1830, mit Atlas); Mieling, Prachtuitgave van Javasche Oudhedeno (Haag 1852); Leemans, «„Boro-Boedoer op het eiland Java (Leiden 1873).