FeedBoros-Jenö (spr. Borosch⸗)
ErdkundeBrockhaus 1882

Boros-Jenö (spr. Borosch⸗), zwei Ortschaften in Ungarn. — Die eine, deutsch Weindorf genannt, liegt im Pester Komitat, 7 Km von Altofen, mit etwa 1000 kath. deutschen E., und großem Weinbau. — Die andere, ein alter, auch geschichtlich denkwürdiger Marktflecken im Arader Komitat, links an der Weißen Körös, hat 4500 rumän. und magyar. CE., kath. und griech.⸗orient. Konfession; der hübsch gebaute Ort hat vortrefflichen Getreidebau, sehr gute Wiesen, große Waldungen, Wein⸗ und Obstbau. Noch im 17. Jahrh. war der Ort eine blühende, volkreiche Stadt, in welcher die siebenbürg. Fürsten öfters Hof hielten. In den fortgesetzten Türkenkriegen zerfiel der Ort. B. war bis zu Ende des 18. Jahrh. der Sitz eines griech.-orient. Bischofs. Das alte Schloß lag von Wasser umgeben an der Weißen Körös. Dasselbe wurde zuerst 1552 und dann wiederholt von den Türken erobert und verloren; zuletzt erhielten sie es vom Fürsten Gabriel Bethlen im Tauschwege und blieben daselbst bis 1686; in · diesem Nahre eroberte es Siegbert Heister dauernd zurück. Wa rend der Türkenherrschaft war B. auch Sitz eines Paschas. — Mit Boroso, das soviel als Weinort bezeichnet, gibt es in Ungarn noch: Boros-Sebes, Marktflecken im Arader Komitat; Boros-⸗Telek, 0+ im Komitat Bihar.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 350Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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