Böschung (frz. und engl. talus) ist die geneigte Seitenfläche oder schräge Abdachung einer natürlichen oder durch Kunst her estellten 8e. Ran über oder Vertiefung unter die Horizontale. an kann auch von der B. eines Bergs sprechen, wiewohl man hier lieber das Wort »Abdachungo gebraucht. B. kommen ferner bei aufgeschütteten Erdmassen, Gräben und besonders im Festungsbau vor. Der Winkel, welchen die geneigte Fläche mit der Horizontalen bildet, heißt der Böschungswinkel. Höhe der B. ist das Lot vom höchsten Punkte zur orizontalen des Fußes, Basis der Abstand des ußpunktes der — 1 vom Ende der B. in der orizontalen. ine volle oder ganze B. heißt eine solche, deren Höhe gleich der Basis, deren Böschungswinkel 45 beträgt; unter diesem Winkel heitt sch trockene Erde von selbst an. Die B. eißt eine 37. wenn die Basis halb so groß ist als die Höhe; überhaupt wird jede B. nach dem Verhältnis der Basis zur Höhe benannt. Den Böschungswinkel findet man mit dem Böschungsmesser oder der Bergwage (s. d.). Die Kenntnis des Böschungswinkels oder doch des Verhältnisses der Basis zur Höhe — besonders —½ bei der Abtrags im Straßen⸗ und Wegebau und bei der Anlage von Eisenbahnen. Im Festungsbau unterscheidet man eine innere und eine äußere B. der Mauern und Wälle; durch beide erzielt man größere Festigkeit der Wehren und Wälle; um das Lune ttet zu erschweren, gibt man der äußern B. eine kleinere Basis, macht sie 92—7 während die innere B. flacher anoscövich (Roger Rasns Mathematiker und Astronom, geb. zu agusa 18. Mai 1711, wurde, nachdem er frühzeitig in den Jesuitenorden getreten, 1740 zum Lehrer der Malhematik und Philosophie am Collegium Romanum ernannt. In Rom zog man — wegen der Restaurationsarbeiten an der Kuppel der Peterskirche neben Vanvitelli und Poleni zu Rate, und der Papst gab ihm den Auftrag, im Kirchenstaate einen Grad des Meridians zu messen, den er 1750—53 ausführte. Seit 1760 bereiste B. England und Frankreich, die Türkei, die Donauländer, Polen, kehrte dann über Deutschland nach Italien zurück, erhielt 1764 eine Professur in Pavia, wurde aber hier in seiner Eitelkeit gekränkt und reiste nach Paris. Später lehrte er in Mailand und betrieb die Errichtung der Sternwarte bei dem Brerakollegium, zum Teil auf eigene Kosten. Nach Auflösung des Jesuitenordens 1773 ging er nach Paris und erhielt vom Könige ein Jahrgeld von 8000 Livres und den Titel eines Direktors der Optik bei der Marine. Doch fand er sich bald durch Anfeindungen d'Alemberts und anderer franz. Gelehrten bewogen, sein Amt niederzulegen. B. wandte sich nun nach Bassano, wo er die Ausgabe seiner Werke besorgte, die in Paris vereitelt worden war, zog sich dann nach Mailand zurück, verfiel in Schwermut, die sich endlich bis zu Wahnsinn 1 wurde und starb 12. Febr. 1787. Im Brerapalast wurde ihm ein Denkmal errichtet. Unter seinen zahlreichen Werken (5 Bde., Bassano 1785) ist die Dissertation „De maculis solaribus (1736) sowie die Schrift „De expeditione ad diméetiendos secundi meridiani graduso (Rom 1755; franz. mit Zusätzen des Verfassers, Par. Ettes bemerkenswert. Einen Teil seiner Reise beschrieb er in „Journal d'un voyage de Constantinople en Polognes (Par. 1772; ital., Bassano 1784; deutsch, Lpz. 1779). B. war auch Dichter und verfaßte ein Lehrgedicht De solis ac lunae defectibuso (Lond. 1764; franz. vom Abbe de Barruel, Par. 1779).