FeedBoungre (frz.)
HimmelskundeBrockhaus 1882

Boungre (frz.), korrumpiert aus dem lat. Bulgarus, in der Bedeutung von Ketzer, d. h. der Bogomilen (s. d.), die ihren Hauptsitz in Bulgarien hatten und sich von da nach Südfrankreich verbreiteten, ein Schimpfwort: schlechter Mensch, Schuft. Bouguer (Pierre), berühmter franz. Geometer und Astronom, geb. zu Croisie in der Bretagne 16. Febr. 1698, studierte im Jesuitenkollegium zu Vannes und wurde 1735 von der franz. Regierung, nebst Godin und Condamine nach Peru gesendet, um einen Meridiangrad zu messen, während Maupertuis, Clairaut, Camus und Lemonnier zu dem gleichen Zwecke 1736 nach Lappland gingen. B.s und seiner Gefährten Forschungen finden sich in der von ihm herausgegebenen Théorie de la figure de la terres (Par. 1749), einem noch jetzt sehr schätzenswerten Prachtwerke. Infolge seiner Untersuchungen über die Intensität des Lichts wurde der Gründer der Photometrie. Dargestellt sind diese Untersuchungen in dem Essai d'optique (Par. 1729), noch ausführlicher in dem Traité optique sur la gradation de la lumières, der erst nach seinem Tode von Lacaille (Par. 1760) herausgegeben wurde. Auch erfand er 1748 das Heliometer. Nicht geringere Verdienste erwarb er sich um die Nautik durch den Traité de navigationo (Par. 1753), den Lacaille in der zweiten Ausgabe (Par. 1769) mit vielen Zusätzen bereicherte. Über die Berne fen des Bleilots durch die An ziehung der Berge stellte er die ersten Beobachtun gen in der Nähe des Chimborasso an. Seine un vollkommenen 5.. aber 80u ließen ihn zwar nicht die genaue Größe, aber doch die Existenz dieser Abweichung finden. Er starb 15. Aug. 1758.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 393Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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