Heliomêter, ein in der neuesten Zeit in der praktischen Astronomie vielfach angewandtes Instrument, mit welchem die Entfernungen von nahe— stehenden Sternen, Doppelsternen und Durchmesser von Planeten, Mond und Sonne (daher der Name) gemessen werden. Der franz. Astronom Bouguer hat das Instrument erfunden; er nahm zwei ganze Objektive von gleicher Brennweite, setzte das eine fest und bewegte das andere seitlich durch eine Schraube und beobachtete die von beiden Objektiven hervorgebrachten Bilder mit ein und demselben Okular. Dollond wandte zwei Objektivhälften an, indem er das ganze Objektiv in zwei halbkreisförmige Hälften zerschnitt; doch erst Fraunhofer gab dem Instrument die große Vollkommenheit und machte es zu einem der vorzüglichsten Mikrometerinstrumente. Beide Objektivhälften sind durch Schrauben beweglich und die Größe der Bewegung wird an genauen Teilungen abgelesen, die Schnittlinie ist in einer Fassung drehbar und kann in jede Richtung gebracht werden, sodaß man nicht nur Entfernungen und Durchmesser, sondern auch Positionswinkel messen kann. Bessel hat für die königsberger Sternwarte 1829 zuerst ein größeres H. anfertigen lassen und mit demselben Taalla Doppelsternmessungen und eine genaue Parallaxenbestimmung des Sterns 61 im Schwan u. s. w. aus-Vönn Später sind H. für die Sternwarten in onn, Pulkowa, Oxford, Lissabon, besonders von Repsold in Hamburg u. s. w. ung follan und 1874 sind von den deutschen, russ. und holländ. Astronomen diese Instrumente bei der Beobachtung des Vorübergangs der Venus vor der Sonnenscheibe verwandt worden. Die nachstehende Abbildung zeigt das H. der pulkowaer Sternwarte. Dasselbe ist parallaktisch auf dem Steinstativ a montiert, in b ist die Polarachse, in e die Deklinationsachse, in m der Stundenkreis, welcher durch ein Uhrwerk mit der Achse in 24 Stunden einmal herumgetrieben werden kann. In Iist der Deklinationskreis, dd ist das Fernrohr mit dem durchschnittenen Objektiv; in e 15 ein Sucher parallel dem großen Fernrohr, in g die Mikrometerschrauben zur Bewegung der Objektivhälften, welche durch die Schlüssel h vom Okular i ausgeführt werden können. Kist ein Hilfsfernrohr zur Ablesung der Skala an der Mikrometerschraube g, in Kkkk sind Gegengewichte sowohl für das Fernrohr als auch für den Sucher, für die Mikrometerschraube und zu den Friktionsrollen. Vgl. Hansen, «Ausführliche Methode, mit dem H. Beobachtungen anzustellen» (Gotha 1827); Bessel, «Astron. Untersuchungen» (Königsb. 1841); Seeliger, «Theorie des H. v (Epz. 1876). ö