Bourgoing (Jean Frangois, Baron de), franz. Diplomat, stammte aus einer alten Familie in Nevers, wo er 20. Nov. 1748 geboren wurde, kam 1760 in die Militärschule und studierte dann au der Universität zu Straßburg. Nach Frankreich zurückgekehrt, trat er 1767 als Offizier in die Armee, wurde aber bald als Attache der franz. Gesandtschaft in Regensburg beigegeben. Erst 18 J. alt, versah er hier in Aeierd seiner Vorgeseßten die Korresponden mit den Ministern. Da er aber dem Minister Choiseul über einen gegebenen Befehl Vorstellungen zu machen wagte, schickte man ihn zu seinem Regiment zurück, in dem er nun sieben Jahre diente. Darauf gab man ihn dem Gesandten Montmorin am Hofe von Madrid als Volontär bei. Hier erwarb er sich während seines neunjährigen Aufenthalts die genaueste Kenntnis von Spanien, wovon sein Werk: Nouveau voyage en Espagne, ou tableau actuel de cette monarchie „ (3 Bde., Par. 1789; 4. Aufl. 1807), den Beweis gibt, welches fast in alle europ. Sprachen (deutsch, 4 Bde., Jena 1789—1808) überf etzt wurde. Später war er Ludwigs XVI. bevollmächtigter Minister bei den Fürsten und den Ständen des niedersächs. Kreises in Hamburg und ging 1792 als Gesandter wieder an den span. Hof, wo er aber mit vielen Hindernissen zu kämpfen hatte und erst, als Aranda dem Grafen von Florida Blanca im Ministerium 3g. war, in seiner Eigenschaft anerkannt wurde. eim Ausbruche des Kriegs zwischen Spanien und Frankreich abberufen, lebte er eine Zeit lang ganz den 15 Bolihalter bis er nach dem 18. Brumaire als geschict u nach Kopenhagen, 1801 nach Stockholm geschickt wurde. Im J. 1807 kam er als Gesandter an den sächs. Hof und starb zu Karlsbad 20. Juli 1811. Von seinen Werken sind noch zu erwähnen: Mémoires historiques et philosophiques sur Pie VI et son ponpolitique sur I'Europe à la fin du 18e siècle5 (2 Bde., Par. 1801), die Ausgabe der „Voyages du duc de Chätelet en Portugalo (2 Bde., Par. 1808), Tableau de IEspagne modernen (3 Bde., Par. 1805). Auch übersetzte er die 4 Geschichte der Flibustiero von Archenholz, die Geschichte Karls d. Gr. » von Hegewisch und andere deutsche Werke. Einer . Söhne, Paul, Baron von B., eb. 19. Dez. 1791 als Schriftsteller und Kunstenner rühmlich bekannt, wurde Legationssekretär in Berlin, München und Kopenhagen, 1832 Gesandter in Dresden, 1834 in München. Von hier im Frühjahr 1848 abberufen, wurde er 1849 zum franz. Botschafter in Madrid ernannt, wo er bis zum Sept. 1857 blieb. Seit 31. Dez. 1862 Senator, starb er 16. Aug. 1864 in Paris. In seinem Roman: „Le prisonnier en Russie (Par. 1816), hat er einige Erlebnisse seines ältern Bruders, Armand de B. (gest. 1839), verwebt, der ich in der militärischen Laufbahn auszeichnete. nter einen polit. und andern Abhandlungen ist besoners die Schrift «Sur les chemins de fer en Allemagney (Par. 1841) hervorzuheben. ö