FeedBrassen (Sparoida)
AllerleiBrockhaus 1882

Brassen (Sparoida), eine große Familie stachelflossiger Meerfische mit einer Rückenflosse, großen Schuppen, großen, hinter den Brustflossen sehenden Bauchslo en und kräftigen Kiefern, die mit sehr starken, bald schneidenden, bald spitzen oder abgeplatteten Zähnen bewaffnet sind. Es sind meistens schöngefärbte, metallglänzende Fische, welche besonders südl. Meere bewohnen und ihres wohlschmeckenden Fleisches wegen sehr geschätzt werden. Die Zahnbrassen (Dentex), Rotbrassen Dhrhehgchö der Sargo Kden all die Orade (Chrysophrys) gehörten schon bei den alten Römern zu den gesuchtesten Delikatessen und wurden von diesen in großen, mit dem Meere in Verbindung stehenden Teichen geün. und gemästet. rasseur de Bourbourg (Charles Etienne), bekannt durch seine Arbeiten und Forschungen über die Geschichte und Ethnographie Amerikas, geb. 8. Sept. 1814 zu Bourbourg im franz. Nordbepartement, besuchte das College zu St.⸗Omer und widmete sich zu Gent philos. und theol. Studien, die er seit 1843 zu Rom fortsetzte. Nachdem er hier 1845 die Priesterweihe empfangen, ging er im Auftrage der Propaganda nach Nordamerika, wo er sich erst zu Boston aufhielt, dann aber fast ein Jahr lang als Professor der Kirchengeschichte am kath. Seminar zu Quebec wirkte. Während dieser Zeit sammelte B. die Materialien zu seiner 4Histoire du Canadas (2 Bde., Par. 1851). Im J. 1846 kehrte er nach Boston zurück, wurde vom dortigen Bischof zum Generalvikar ernannt und begab . nach Rom, wo er bei Pius IX. im Interesse der kath. nalehr Nordamerikas thätig war. Nach seiner Rückkehr nach Amerika 1848 durchkreuzte er zuerst die Vereinigten Staaten von Neuyork bis nach Neuorleans und dann 1850 Mexiko, wo er sich als Almosenier der franz. Gesandtschaft dem Studium der Geschichte und Civilisation der alten Indianerbevölkerung widmete. Im J. 1851 ging er wieder nach Curopa und lebte erst zu Paris, dann zu Rom seinen Studien, reiste 1854 nach Centralamerika, durchstreifte Nicaragua und San-Salvador und kam 1855 nach Guatemala, wo er einige Jahre hindurch als Pfarrer des großen Indianerdorfs Rabinal im Depart. Salama sowie auf zahlreichen Ausflügen der Erlernung des Quiche und Mame und der Erforschung der Reste altindian. Kultur oblag. Ende 1860 kehrte er nach Paris zurück, unternahm 1862 eine abermalige Reise nach dem mittlern Amerika und wurde 1864 zum Mitglied der zur Erforschung Mexikos bestimmten franz. Expedition ernannt. Er starb 8. Jan. 1874 zu Nizza. bar 5, aut seiner Forschungen im mittlern Amerika at B., außer — — — Reiseberichten und andern itteilungen histor., ethnogr. und linguistischen Inhalts in Zeitschriften, die Histoire des nations civilisées du Mexique et de L'Amérique centrale (4 Bde., Par. 1857—58) veröffentlicht, in lemdie er auf Grund ganz neuer, einheimischer Quellen die Geschichte und Kulturverhältnisse der alten Indianervölker des mittlern Amerika sowie die Eroberung dieser Länder durch die Spanier behandelt. Auch hat er unter dem Titel «Collection de documents dans les langues indigènes, etc.o die Herausgabe der wichtigsten jener Quellenwerke begonnen. Als das erste derselben erschien Popol-Vuhy in Quiche-Sprache (Par. 1861), welchem sich später eine Gramatica de la lengua Quiches (Par. 1862) und die Relacion de las cosas de Vucatanp (Par. 1864) anschlossen. Außerdem veröffentlichte B. folgende auf die Linguistik, Ethnographie und Urgeschichte Amerikas bezügliche Werke: Monuments anciens du Mexique, recherches sur les ruines de Palenqué et sur les-origines de la civilisation du Mexiqued (Par. 1864—-66), «Quatre lettres sur le Mexiquer (Par. 1868), (Manuscrit Troano. Etudes sur le système graphique et la langue des Mayaso (2 Bde., Par. 1869 — 70), (Bibliotheque Mexico Guatémaliennen (Par. 1871). Vor Beginn seiner wissenschaftlichen Periode hat B. auch eine große Zahl von Erzählungen, histor. Romane, teils anonym, teils unter dem Pseudonym Etienne Charles de Ravensberg, erscheinen lassen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 466Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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