Bratsche (vom ital. Viola di braceia, d. h. Armgeige, auch Alto oder Altgeige genannt) heißt eine größere Geige, 4f welcher in der Regel die zweite Mittelstimme, also im Streichquartett die dritte Stimme gespielt wird. Sie ist mit vier Saiten bezogen, deren unterste beide mit Silberdraht übersponnen sind, und wird quintenweise gestimmt: c, g, d, a. Im dreistimmigen Orchestersatze pflegt die B. den Basso continuo in der höhern Oktave zu begleiten. Früher wurde sie wenig als Soloinstrument benutzt, indem die Viola d'amour 4. d.) und die Viola di gamba (s. d.) von den ältern omponisten durchaus vorgezogen wurden; erst die neueste Richtung der Instrumentation hat den weichen, elegischen Ton der B. gewürdigt, und besonders Weber, Mendelssohn, Meyerbeer und Berlioz haben in ihren Orchesterwerken ihr eine hervorragende Stellung angewiesen. Besondere Verdienste um die sorgfältigere Ausbildung der Technik dieses Instrumenks erwarben sich der ältere Rolla, Spohr und Jansa durch die Herausgabe von Duetten für Geige und B.