Braubach, Stadt und Amtssitz im Kreise Rheingau des preuß. Regierungsbezirks Wiesbaden, am rechten lar. und an der Staatsbahn Frankfurt-Wetzlar, ist Sitz eines Amtsgerichts „hat eine evang. und eine kath. Pfarrkirche, eine Silber⸗ und len, ansehnlichen Weinbau und zählt (1880) 1835 E. Der Ort hat in neuerer Zeit durch die Eisenbahn, welche sich auf hohen Mauern an der Rheinseite hinzieht und der drei malerische Türme weichen mußten, ein zu Euer 5 Nachteil verändertes Ansehen gewonnen. Über der Stadt erheben sich in reizender Lage auf hohem Fels die alte St. Martinskapelle und noch höher die früher als Invalidenhaus und Staatsgefängnis benutzte stattliche Marks- oder Marrburg, 150 müber dem Stromspiegel, die einzige unzerstörte alte Feste am Rhein, früher das Braubacher Schloß genannt und schon im I. Jahrh. als Zufluchtsort Heinrichs IV. erwähnt. Als 1437 Graf Philipp von Katzenelnbogen auf der Burg eine Kapelle zu Aam des heil. Markus gestiftet, erhielt sie den Namen Markusburg. wurde 1276 vom König Rudolf I. zur Stadt eroben, war 16511803 im Besitz von Hessen-Darmtadt, wurde dann nassauisch und ist seit 1866 preuisch. Die Stadt hat drei Mineralquellen, unter welchen der 2 km rheinaufwärts in romantischer Schlucht belegene Dananlicher e Brunnen, ein kräftiger, muriatisch-alkalischer Eisensäuerling, die bekannteste ist.