Breuno oder Blenio (Blegno), ein linker Zufluß des Ticino (f. d. im schweiz. Kanton Tessin, entspringt mit zwei Quellbächen, die sich unweit Olivone vereinigen, am Lukmanier (s. d.) und an der Greina (2360 m), durchfließt in südl. Richtung das Bleniothal (Val Blenio, auch Bollenzthal enannt) und mündet bei Biasca. Von der Gabel ei Olivone (870 m) bis zur Mündung (287 m) beträgt die Flußlänge 20 Km und das Gefälle 583 m (2,9 Proz.). Während die beiden Quellthäler, Val Sta.⸗Maria und Val Camadra, jenes ein breites Hochthal, mit Weide und Wald bekleidet, dieses ein schmales, tiefeingeschnittenes Felsenthal, noch hochalpinen Charakter zeigen, nimmt Val Blenio, rechts von der bewachsenen Kette des Pizzo di Molare (2583 m) und des Monte di Sobrio, links von den felsigen Vorstufen der Adulagruppe umrahmt, nach Suden offen, schon wenig unterhalb Olivone (893 m) südliches Gepräge an. Kastanienwälder, aus deren Grün zahlreiche Wasserfälle weiß hervorschimmern, treten an die Stelle des Nade holzes und üppige Weingärten ziehen sich zu beiden Seiten der verkiesten und versandeten Thalsohle hin und umschließen als Reblauben die malerisch an die Berghänge gelehnten Dörfer. Der Hauptort des Thales und des gleichnamigen Bezirks, der das ganze Gebiet des Brenno bis zu der schmalen Thalpforte umfaßt und in 18 Dörfern (1880) 7190 C. zählt, ist Malvaglia, 375 meüber dem Meere, auf dem linken Ufer des Brenno bei der Mündung der Lorina an der Lukmanierstraße gelegen, mit 2020 E. Zwischen Malvaglia und Biasca wird das Thal durch eine mächtige Schutthalde gesperrt, welche die ganze Sohle von O. nach W. bedeckt und kaum für den dies und die Straße notdürftig Raum gewährt. Diese Thalsperre ist durch einen Bergsturz entstanden: am 30. Sept. 1512 löste sich vom Pizzo Magno (2298 5 .— von Biasca eine ungeheuere Felsmasse ab, stürzte nordwestlich in das Bleniothal, verschüttete mehrere Dörfer und staute den Brenno zum See auf, der 1514 den Trümmerwall plötzlich durchbrach, Biasca und die Riviera überflutete und das Thal des Tieino bis zum Lago-Maggiore hinaus verwüstete. Auch bei dem Hochwasser von 1868 wurden sowohl das Bleniothal wie die Riviera entsetzlich verheert. „Brennpunkt (Fokus) ist in der Optik derjenige Punkt (E), in dem die durch 59cht Hohlspiegel (I. nachstehende Fig. 1 A, B) reflektierten oder die dur sund 204 Konvexlinsen (Fig. 2) gebrochenen Licht⸗ und Zärmestrahlen vereinigt werden, welche parallel mit der Hauptachse eingefallen sind. Eine solche Vereinigung in einem Punkte findet edoch nur so lange mit einiger Genauigkeit statt, als ie Krümmung von der Mitte bis zum Rande gering ist in der Praxis etwa 10 Grad). Läßt man auf einen Hohlspiegel oder auf eine Konvexlinse parallel mit ihrer Hauptachse Sonnenstrahlen einfallen, so entsteht im B. ein kleines Sonnenbild von großer Helligkeit und itze, um entzundliche Körper in Brand Iel“ daher der Name des B. (S. Brennpiegel. In der Geometrie ist bei der Ellipse, der Parabel und der Hyperbel von dem Brennpunkte die Rede. Bei allen diesen drei Kurven liegen die B. auf der Hauptachse. Die Parabel hat nur einen Jeder Punkt der Parabel liegt gleich weit entfernt von dem B. und von einer gewissen rechtwinkelig zur Achse stehenden Geraden, der Direktrix. Wird von irgend einem Punkte der Ellipse eine Linie nach jedem der B. gezogen, so ist die Summe dieser beiden Geraden stets gleich der großen Achse der Ellipse. Wird von irgend einem Punkte der Hyperbel eine Gerade nach jedem der B. gezogen, so ist die Differenz dieser beiden Geraden gleich der Hauptachse der Hyperbel. Denkt man die genannten Kurven um ihre Achsen umgedreht, so entsteht ein Rotationsparaboloid, Ellipsoid und Hyperboloid. Alle parallel mit der Achse auf das Paraboloid fallenden Strahlen werden genau im B. vereinigt; umgekehrt werden alle vom B. aus auf das Paraboloid fallenden Strahlen als ein mit der Achse paralleles Strahlenbündel reflektiert, worauf sich die Anwendung parabolischer Winen . auf Leuchttürmen gründet. Alle von einem B. des Ellipsoids auf dasselbe fallenden Strahlen werden nach dem andern B. reflektiert, und alle von einem B. des Hyperboloids auf dasselbe fallenden Strahlen werden so reflektiert, als ob sie von dem andern B. kämen. Brennreizker, s. unter Lactarius. Brennspiegel heißen hohle, parabolisch oder Soerfi ch gekrümmte Spiegel, deren polierte innere Oberfläche die auf sie parallel zur Spiegelachse fallenden Sonnenstrahlen in einer solchen Richtung zurückwirft, daß sie im Brennpunkte (s. d.) des Hohlspiegels ein verkleinertes Sonnenbildchen liefern, in welchem eine so hohe Temperatur . Me. daß dort brennbare Körper leicht entzündet, Metalle geschmolzen werden u. s. w. Die B. nennt man auch Sammelspiegel, weil sie die auf sie fallenden, zur Achse Cchon elen Strahlen im Brennpunkte vereinigen. Schon die Alten waren mit den B. bekannt. So erzählt Plutarch im Leben des Numa, daß die vestalischen Jungfrauen sich zum Anzünden des heiligen 810 eines B. bedient hätten. Daß Archimedes die röm. Flotte bei der Belagerung von Syrakus durch die Römer unter Marcellus 214 v. Chr. durch B. in Brand Gaschie habe, ist höchst zweifelhaft, weil ältere Geschichtschreiber nicht das mindeste davon erwähnen und die Technik damals noch viel zu wenig ausgebildet war, um eine solche Leistung durchzuführen. Die Erzählung 3 wohl dadurch entstanden, daß Archimedes über geschrieben hat. Villette brachte (1666) mit einem B. von 80 em Durchmesser und 95 em