Bretzel oder Brezel, mittelhochdeutsch bretstel, später und mundartlich noch jetzt in Oberdeutschland Ir etze oder Bretze (wahrscheinlich aus dem ital. bracciatello entlehnt und mit dem lat. brachium, Arm, mittellat. bracellum, kleiner Arm, verschränkter Arm, zusammenhängend), in Niederdeutschland auch Krengel oder Kringel geheißen, ist ein Backwerk aus verschiedenen Teigarten, das nur Deutschland, und zwar zunächst dem südlichen, eigentümlich ist und gebildet wird, indem man den Teig mit der Hand erst in langen, dünnen Stäben ausrollt, dann die beiden Enden derselben kreuzweise übereinander legt, einmal umeinander schlingt und dann, etwas voneinander entfernt, zu beiden Seiten der Mitte des deiemil gebildeten Ringes befestigt. Das Gebäck, dessen Ursprung übrigens mit Bezug auf die eigentümliche Form sehr verschieden, z. B. auf Zauberbänder altgerman. Frauen, gedeutet wird, scheint aus den Klöstern zu stammen, wo es als eine feinere Fastenspeise im Gegensatz zum Roggenbrot geliebt und an Fasttagen das gewöhnliche Almosen war. Noch heute wird eine besondere Gattung dieses Backwerks, welche bloß aus Mehl, Wasser und Salz besteht und in Lauge gebacken ist, Fastenbretzel genannt. — B. (in diesem Falle entstanden aus dem lat. brachiale, Armband) heißt auch eine Art von kreuzweis geschlungener Armfessel, welche noch gegenwärtig gefährlichen Verbrechern um die Handgelenke gelegt wird.