FeedBrille
TechnikBrockhaus 1882

Brille (entslanden aus Beryll, d. i. Edelstein, welches Wort man im Mittelalter für jedes Glas brauchte) ist ein Apparat, der dicht vor den Augen angebracht wird, entweder zu dem Zwecke, die Sehschärfe der Augen im allgemeinen oder für eine bestimmte Distanz zu bessern, oder den Sehachsen eine bestimmte Richtung anzuweisen, oder endlich die Augen vor zu hellem Lichte, vor Staub, Zugluft w. zu Wrrsch Nach der Verschiedenheit dieser Zwecke lassen sich unterscheiden: 1) Brillen, die durch Zusammenwirkung mit dem natürlichen, individuellen Refraktionszustande des Auges dieses befähigen, in Entfernungen deutlich 1e ohne Zerstreuungskreise der von den Sehobjekten gelieferten Netzhautbilder) zu sehen, in denen es ohne B. nur undeutlich (d. h. mit Zerstreuungskreisen der Netzhautbilder) zu sehen vermag. Diesem Zwecke dienen im allgemeinen die ie Kuschen, ositiv oder negativ brechenden, d. h. ie Konver⸗(Sammel⸗) und die Konkav⸗(Zerstreuungs )Linsen. Nach der bisjetzt blichen Bezeichnung der Brillengläser bedeutet ihre Nummer ihre in Honoe ausgedrückte Hauptbrennweite, welche bei den donvexlinsen einen positiven, bei den Konkavlinsen einen negativen Wert hat. Die ni Hr. erenz wischen zwei dieser Nummern, welche wie die eihe er natürlichen Zahlen nebeneinander 1100 ist nicht gleich der Differenz dieser Nummern, sondern gleichen, f um die Wirkung zweier Gläser zu vergleichen, sie zu addieren oder zu subtrahieren, mit dem optischen Werte (der Brechkraft) der Gläser zu rechnen, d. h. mit dem Reciproken jener Nummern. Der Unterschied zwischen 7 konver und 8 konver ist demnach 56 konvex (½ ½6), der Unterschied zwischen 11 konvex und 12 konver dagegen 132 konvex (11 ½ 2); im allgemeinen ist die Differenz zwischen 2 sich folgenden Nummern um so größer, je . h ihre Brechkraft, je kürzer ihre Brennweite ist. Um nun einmal leichter mit den Gläsern rechnen zu können, andererseits den Übelstand zu vermeiden, daß die nach verschiedenen geschif (rheinische, pariser, wiener, englische Zolle) geschliffenen Gläser bei gleicher Bezeichnung eine verschiedene Brennweite haben, ist man neuerdings bemüht, eine andere, auf das Metermaß begründete Bezeichnung einzuführen. Man nimmt als Einheit den optischen Wert einer Meterlinse, d. h. einer Linse von 1 Meter positiver oder negativer Brennweite und nennt diesen Wert eine Dioptrie (D). Demnach ist +1 gleich der alten NRummer 38 konver ( + 20D gleich der alten Nummer 19 konver HO —30 gleich der alten Nummer 127½ konkav — 5) u. s. w. Die positiv brechenden Linsen sind derselben eine konvexe Krümmung besitzen „oder plankonvex, wenn die eine Oberfläche plan, die andere konvex ist, oder endlich konkav-konvex, wenn die eine Fläche konvex, die andere konkav, jene aber stärker gekrümmt ist als — Ganz analog ist die Einteilung der negativ brechenden Linsen in bikonkave, plankonkave und konvex-konkave; letztere sind von einer Tammten gekrümmten konvexen und einer stärker gekrümmten konkaven Fläche begrenzt. (S. Linse.) Die plankonvexen und plankonkaven Gläser eignen sich am wenigsten zu dem Brillengebrauch, da Deurr die größte sphärische Aberration zukommt; am besten sind in dieser Beziehung die von Wollaston zu B. vorzugsweise empföhtenen konkav-konvexen und konver-konkaven (auch positive und negative Meniscen genannt), bei denen die Brechung der centralen und der Randstrahlen die gleichartigste ist. Sie werden auch periskopische Gläser (von ectnõονιε, herumsehen) genannt, weil man gleich deutlich durch die Mitte wie durch den Rand des Glases sieht. Die bikonvexen und bikonkaven Linsen besitzen zwar eine größere sphärische Aberration, als die bezüglichen Meniscen, sind aber wegen ihrer bequemern und billigern Herstellung viel mehr in Gebrauch als diese. Die gewöhnlichen B. sind aus Kronglas angefertigt. Zwar wird auch Ber krystall und Flintglas zu denselben verwendet, doch besitzt dieses Material neben dem Vorzug größerer Härte den Nachteil einer stärkern Farbenzerstreuung. Die chromatische Aberration ist bei den schwächern und mittlern Brillengläsern aaralclern bei stärkern, 3. B. den gewöhnlichen Stargläsern, allerdings zuweilen fühlbar, doch werden sich achromatische Gläer ihres Volumens und Gewichts wegen nicht zu rillengläsern eignen. Sphärische Gläser kommen im allgemeinen dort zur Verwendung, wo das Auge, als dioptrischer Apparat gedacht, zum Zwecke des deutlichern .* einer gleichen optischen Korrektion in allen Meridianrichtungen des Systems bedarf. Der mit Kurzsichtigkeit (s. d.) bezeichnete Zustand erfordert den Gebrauch der Konkavgläser, der mit übersichtigkeit und Weitsichtigkeit (s. d.) benannte den der Konvergläser. Wenn nur in einer Meridianrichtung des dioptrischen Systems des Auges eine optische Korrektion erforderlich ist oder in den verschiedenen Meridianrichtungen eine verschiedene 0 Astigmatismus), so kommen statt der drisch chen oder in Kombination mit ihnen die cylindrischen Gläser zur Verwendung, welche ganz analog wie jene, entweder konvex-oder konkav-cylindrische Lorr Je nach der Besonderheit der erforderlichen Korrektionen werden hier Gläser gebraucht, deren eine Fläche plan, die andere (positiv oder negativ) cylindrisch ist, ferner solche mit einer (positiv oder negativ) sphärischen und einer (positiv oder negativ) almörilhen endlich solche mit einer doppelten cylindrischen Krümmung (mit gekreuzter Achsenlage). Es kommt keineswegs selten vor, daß owohl zum Sehen in die Ferne als in die Nähe rillengläser erforderlich sind, jedoch von verschiedener optischer Qualität. Statt in solchen Fällen mit zwei verschiedenen B. zu wechseln, erreicht man den Zweck auch dadurch, daß man beide Gläser in eine Fassung bringt. Hran ve. der horizontalen Halbierungslinie derselben befindet sich dann die Hälfte des zum Sehen in die Ferne, unterhalb derselben die des zum Sehen in die Nähe bestimmten Glases, Hoßen beide Halbgläser in jener Linie aneinanderstoßen. Nach ihrem Erfinder nennt man diese B. Franklinsche, nach ihrem Zweck pantoskopische. Die Erfin .. der die Refraktion korri-N geschrieben wird Roger Bacon (13. ahrh.) zugeschrieben; eine richtige Theorie dieser gab jedoch erst Kepler 300 Jahre später. 2) Eine im Prinzip ganz andere Art von B. als die bisher genannten sind die Prismenbrillen. Die Prismenvorrichtung an einem Brillenglase bezweckt nicht, wie jene, eine Refraktions⸗ sondern nur eine Stellungskorrektion des Auges. Will man den Konvergenzwinkel beider Sehlinien, d. h. den Winkel, unter welchem diese sich beim Fixieren schneiden, vergrößern, so legt man vor ein oder vor beide Augen Prismen, welche mit dem brechenden Winkel Gante des risma) nasalwärts gerichtet sind (aadduzierende Prismeno); hat man die entgegengesetzte Aufgabe zu erfüllen, so legt man die Prismen mit den Kanten schläfenwärts (Kabduzierende Prismeno). In beistehender Figur z. B. wird das rechte Auge Rabduziert, d. h. schläfenwärts gewendet, damit der von A kommende, durch das Richtungsstrahl auf welcher mit dem gleichfalls vom Richtungsstrahl getroffenen ben Flecke g des linken Auges identisch ist. Würde diese Drehung des rechten Auges bei dem Vorlegen des Prisma nicht gemacht, so würde das Bild von Aim rechten Auge auf einen nasalwärts von g gelegenen Punkt fallen und dies zu vermeiden, ist eben die Ablenkung des rechten Auges notwendig und tritt scheinbar unwillkürlich ein. Nach der Größe des Winkels, in welchem die Flächen der Prismen zueinander geneigt sind, bezeichnet man die Nummern derselben. Verlangt der individuelle Fall nur eine Beeinflussung der Stellung der Augen auf optischem Wege, so erreicht man dies durch Anwendung der Planprismen, wird aber gleichzeitig eine Refraktionskorrektion gefordert, so können die Flächen der Prismen je nach Bedürfnis —1.— oder cylindrisch, konver oder konkav geschliffen werden. Einem besondern Zwecke dient die von Brücke angegebene Dissektionsbrille. Dieselbe wird gebildet aus zwei Prismen in Hundieingotnr6 welche bikonve 94%0 en sind und eine kurze Brennweite (4 ½ bis 4. ½) besitzen. Sie ermöglicht es, die Sehobjekte gleichzeitig mit beiden Augen bei relativ geringem Konvergenzwinkel der Sehlinien doch in großer Nähe lalso auch vergrößert) zu sehen, und wirkt also ganz gleich einer vor beide Augen ½½ Lupe mit großer Offnung und der gleichen Brennweite. Bis 0 einem gewissen Grade kann eine prismatische irkung auch bei Verwendung einfach sphärischer Gläser durch decentrierte ½ derselben vor das Auge erzielt werden, sodaß der Richtungsstrahl nicht die Mitte des Glases, sondern den sich zu schärfenden oder verdickenden Randteil desselben passiert. An allen bisher genannten B. müssen die Gläsen vollkommen rein, 55 Bläschen und Striemen ein und eine glatte Oberfläche haben. Die gegossenen Gläser, welche diese Fehler mehr oder weniger zeigen, sind daher bei weitem weniger zu empfehlen, als die geschliffenen. Die Form der-Dehartlarnd oval oder rund sein, die Größe eine erartige, daß nicht daneben, darunter oder darüber hinweggesehen werden kann. Von besonderer Wichtigkeit ist ferner das Brillengestell, an welchem wir den dem Nasenrücken aufliegenden Steg, die beiden seitlich abgehenden Bügel und die zur Aufnahme der Gläser dienenden Ringe unterscheiden. Die letztern können auch Rm in +1f— kommen und Bügel und Steg direkt mit den läsern verbunden sein. Der Steg 0 am besten bandförmig gestaltet, muß bei flachem Nasenrücken die Form eines lat. X, bei hohem Nasenrücken die eines lat. K haben. Die Bügel sind bei Damenbrillen einfache federnde Stangen, die 15 den Seitenteilen des Kopfes anschmiegen. Bei Herrenbrillen sind sie entweder hinter dem Ohre Deuorlle um einen festern Sitz der B. zu erzielen (Reitbrille), oder durch ein Scharnier unterbrochen, sodaß das hinterste bewegliche Stück der Bügel hinter das Ohr gelegt werden kann. Die Gestelle werden aus Meta child. (Gold, Silber oder Stahl), oder aus Horn, Schildpatt oder Hartgummi. Die aus den letztern Substanzen gefertigten sind nicht nur in ihrer Form plumper, sondern ändern auch leicht durch Werfen ratureinflüsse ihre Gestalt, krümmen und werfen sich, verdienen Klen nur in jenen Fällen den Vorzug vor den metallenen Gestellen, wo infolge einer deundeen Empfindlichkeit der Hautnerven der Druck des Metalls nicht gut längere Zeit ertragen wird. In der Regel sollen beide Augen durch die Centren der Gläser sehen und müssen daher die letztern so weit voneinander entfernt sein, als der individuell in ziemlich weiten Grenzen schwankende gegenseitige Abstand der Pupillen beider Augen beträgt (bei Erwachsenen 54—74 mm). Je nach der Formation des Nasenrückens und der flachern oder tiefern Lage der Augen wird die Entfernung der Gläser von der Vorderflache der Augen bei den verschiedenen Individuen etwas variieren. Diesem Umstande ist bei der Wahl der Brillennummern wohl Rechnung zu tragen, denn aus optischen Gründen wirken die Konvexgläser um 1 stärker, je weiter vom Auge ab⸗, die Konkavgläser um so stärker, je näher sie an das Auge herangerückt getragen werden. Da alle Gläser die beste Sehschärfe geben, wenn die Blicklinie senkrecht auf ihre Oberfläche gerichtet ist, bei schräg darauf gerichteter Blicklinie dagegen, namentlich bei stärkern Gläsern, eine Verzerrung der Bilder entsteht, so müssen bei solchen Arbeiten, die mit gesenkter Blicklinie vorgenommen werden, beim Lesen, Schreiben Nähen u. s. w., die Gläser so gerichtet werden, baß ihr oberer Rand etwas weiter vom Auge absteht als ihr unterer. en Bäger hat man auch zu diesem Zwecke an den Bügel dicht hinter dem lase ein zweites Scharnier angebracht, welches diese Neigung der Gläser ermöglicht. Während für alle Fälle, in denen die Gläser nnliche Zeit hindurch benutzt werden, die gewöhnliche Brillenform zu empfehlen „ist die Faspung der Gläser in Form eines durch die Federkraft des Steges auf dem Nasenrücken fes ißenden Klemmers oder Zwickers (Pince-nez) oder einer mit der Hand vor die Augen gehaltenen Lorgnette dann zulässig wo es sich nur um einen vorübergehenden Gebrauch der Gläser, z. B. beim Sehen in die Ferne handelt. Entschieden zu verwerfen ist der einseitige Gebrauch eines sog. Monocle, solange beide Augen in nahezu gleichmäßiger Weise zum Sehen qualisiziert sind. 3) Die Schutzbrillen haben nur die Auf abe, das Auge vor zu grellem Lichte oder vor schädlichen mechan. Einwirkungen zu schützen. In ersterer Beziehung sind am meisten in Gebrauch die von England aus eingeführten, rauchgrau gefärbten (London smoke) und die blauen Gläser. Die erstern bezwecken eine gleichmäßige Abschwächung des Lichts, letztere hingegen lassen vorzugsweise nur die blauen Strahlen zum Auge gelangen, welche dasselbe wegalbe irritieren als die schwächer brechbaren, roten, gelben und grünen. Grün gefärbte Schutzbrillen waren früher in Gebrauch, als man das Rot des Spektrums für die dem Auge besonders nachteilige Farbe hielt. Die Gläser der S utzbrillen sind bedablich der Lichtbrechung optisch indifferent und * en entweder plane Begrenzungsflächen (Planrillen) oder sind in Form der frühern Uhrgläser nußschalenähnlich gewölbt, die letztere Art verdient als ein vollkommeneres Schutzmittel den Vorzug vor der erstern. Auch die unter 1) und 2) beschrabenen B. können indeß gefärbt getragen werden, wenn man mit dem Zwecke, dem sie zunächst zu dienen haben, den des Schutzes vor zu starkem Lichte verbinden will. Fertigt man die sarkern Konkav- und Konvexlinsen aus gefärbtem Glase an, so erscheinen begreiflicherweise erstere am Rande mehr s im Centrum, letztere im Centrum intensiver als in den Randteilen gefärbt. Will man daher eine dieser stärkern Linsen gleichmäßig, d. h. aisochromatischo, färben, so ist hierzu weißes Glas zu verwenden und muß die Oberfläche der Linse nachher mit einer H½½ dünnen Schicht durchsichtigen, ge⸗ —.—— Lacks überzogen werden. Als — vor er Einwirkung mechan. Schädlichkeiten werden entweder optisch indifferente Gläser gar nicht oder nur spurweise gefärbt, oder (3. B. von Steinklopfern, Schlossern u. s. w.) feine, das Auge überwölbende der Berdindun eventuell auch beides in zweckmäßier Verbindung getragen. Auch bedient man sich ierzu Neuerlich dünner, durchsichtiger Glimmerplatten, die ihrer Elasticität wegen vor den aus Glas angefertigten Schutzbrillen entschieden den 4) Ganz abweichend von den bisher genannten Brillenarten sind die Stenopäischen Brillen. Die stenopäische Lochbrille besteht in ihrer ursprünglichen Form aus einer das Auge bedeckenden undurchsichtigen Kapsel aus Holz oder dünnem Metall, in welcher sich, und zwar der Pupille gegenüber, ein Loch von ungefähr ½ bis 1½ mm Durchmesser befindet. Bei Trübungen der Hornhaut oder der Linse, welche einzelne Teile des Pupillargebietes ei oder doch relativ frei lassen, verbessern diese das Sehvermögen sehr wesentlich dadurch, daß die stenopäische offnung vor die von Trübungen des Teile der Pupille geschoben und Kfasende as sonst durch die getrübten Partien fallende diffuse, störende 5 von der Netzhaut des Auges ferngehalten wird. Das Rormen öes verbessernd, wirken sie auch bei allen Formen des Undeutlichsehens, welche auf fehlerhafter Brechung des Lichtes (Ametropie) beruhen, und hier zwar dadurch, daß sie die Dienopaichen der Netzhautbilder verkleinern. Die stenopäischen Schlitzbrillen enthalten in ihrer Kapsel statt des Lochs einen ½ bis 1½ mm breiten Spalt, den man beliebig in horizontaler, vertikaler oder Richtung vor das Auge bringen kann. Sie dienen namentlich dazu, die Seh-Liamt und Refraktion in den verschiedenen Meriianrichtungen des Auges zu bestimmen, und sind daher in der Lehre von dem Astigmatismus sehr wichtig. Wenn die allgemeinere Anwendung der stenopäischen B. auch daran scheitert, daß beim Gebrauch derselben das Gesichtsfeld ein außerordentlich enges ist, so bringen sie doch in einzelnen Fällen durch Verbesserung der Sehschärfe einen ganz wesentlichen Vorteil und sind nicht allein für den Augenarzt ein unentbehrlicher diagnostischer Apparat, sondern auch bei der vorzugsweise der Physiologie zugehörigen entoptischen Untersuchung des Auges von großer Ailen innd 5) Die Schielbrillen sind in ihrer äußern Form den vorigen insofern sehr ähnlich, als auch sie gus Pestebeni welche vor das 1* zu legenden Kapseln bestehen, we 21 entweder in der Mitte oder 4*5 eine größere Helen besitzen. Wenn man in frühern Zeiten Schielenden solche B. zu dem Zwecke verordnete, um durch Übung gewisser Blickrichtunen das Schielen selbst zu heilen, so beruhten solche ersuche auf einer völligen Unkenntnis des uch die nismus des Schielens, und haben darum auch die Schielbrillen ihre Bedeutung eines jenes Ubel auf friedlichem Wege heilenden Apparates vollkommen verloren. Schielbrillen mit „Nachbe Offnung kommen jetzt nur noch bei der Nachbehandlung des Schielens, wenn dasselbe auf chirurgischem Wege beseitigt wird, zur Steigerung des operativen Effektes zur Verwendung. Die * von den B., früher ein 90 vernachbildunn lapitel, erfreut sich jetzt einer hohen Ausbildung und bildet geradezu einen Hauptbestandteil zweckmäßigen B. ist zwar in vielen Fällen eine äußerst einfache Sache, bildet indessen, namentlich sceden die Lehre vom Astigmatismus und den verchiedenen Wdenkt des latenten Schielens eine große cbenso sch aaes an erlangt hat, auch dau ein ebenso schwieriges als interessantes Problem, welches nur der individualisierende, mit voller Sachkenntnis ausgestattete Augenarzt zu lösen berufen ist. Durch B. kann viel perschuldel, noch bei weitem mehr aber 1% gewirkt werden, und es ist nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß die Wahl einer richtigen B. für den Betreffenden nicht pfle e) eine Lebensfrage ist. (Vgl. Augenpflege.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 544Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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