Brennpunkht, m., frz. foyer, lat. focus, m., 1. (Physik), derjenige Punkt bei Hohlspiegeln od. Brenngläsern (s. d.), in welchem sich die von einer Licht- od. Wärmequelle, meist von der Sonne, parallel mit der Achse gesandten Licht- od. Wärmestrahlen in einem Punkt vereinigen. Findet die Vereinigung der Strahlen nicht in einem geometrischen Punkt statt, so hat man es mit einem Brenuraum zu thun an der Stelle, wo diese Strahlen einander am nächsten kommen und also die größte Hitze konzentriren. Bei sphärischen Linsen u. Hohlspiegeln ist, streng genommen, nie ein B. vorhanden, doch nennt man bei denselben denjenigen Punkt so, in welchem sich die Strahlen vereinigen, welche sehr nahe bei der Achse mit ihr parallel einfallen. Man unterscheidet auch einen Hauptbrennpunkt u. nennt so den B. für den Fall, wenn die Strahlen parallel mit der Achse einfallen, zum Unterschied von demjenigen B., der entsteht, wenn die Wärmequelle in endlicher Entfernung ist. Ebenso spricht man von einem wirklichen u. einem eingebildeten oder virtuellen B., welchen letzteren man passender Zerstreuungspunkt, frz. point de dispersion, foyer virtuel, engl. virtual focus, point of divergence, nennt. Er ist der Vereinigungsort der gebrochenen oder zurückgeworfenen Strahlen, wenn sie nach rückwärts verlängert werden, wie bei den Hohlgläsern und den erhabenen Spiegeln. Während im wirklichen B. Hitze konzentrirt wird, findet dies beim eingebildeten nicht statt, da die Strahlen nicht selbst durch ihn gehen, sondern ihre nach rückwärts gerichtete Verlängerung. — 2.(Geom.) Bei krummen Linien von bestimmter Art ein Punkt, in welchem alle an die Kurve von einem andern Punkt oder parallel gesandten geraden Linien oder Strahlen zurückgeworfen werden, indem die Winkel der auffallenden und zurückgeworfenen Strahlen mit den berührenden Geraden, welche man im Auffallpunkt an die Kurve zieht, gleich groß sind. So bei den Kegelschnitten. Gehen die auffallenden Strahlen von einem Punkt in der Endlichkeit aus, so spielt dieser Punkt mit seinem B. eine reciproke Rolle, indem dann auch umgekehrt die vom letzten Punkt an die Kurve gesandten Strahlen in den ersten Punkt wieder zurückgeworfen werden; man hat dann zwei Bie. Es ist hierbei für die Geometrie gleichgültig, ob sich diese Strahlen selbst, wie bei der Ellipse, oder erst ihre Verlängerungen in einem Punkt schneiden, wie bei der Hyperbel; die Parabel hat dagegen nur einen B., weil bei ihr die auffallenden Strahlen parallel der Achse kommen müssen, um sich in einem Punkt zu schneiden. Ueber die Auffindung der Bie bei Kegelschnitten s. d. Art. Ellipse, Hyperbel, Parabel.