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GeschichteBrockhaus 1882

Browne (Maxim. Ulysses, Reichsgraf von B., Baron de Cannis and Mountany), österr. Generalfeldmarschall, ein Verwandter des vorigen, war zu Basel 23. Okt. 1705 geboren. Sein Vater hatte als Anhänger des Königs Jakob II. sein Vaterland verlassen müssen und kaiserl. Kriegsdienste genommen, infolge deren er 1716 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde, und starb 1731. V. trat [ ebenfalls in das österr. Heer, diente schon 1718 in Ungarn und Sicilien, nahm hierauf 1734 bereits i als Oberst an dem ital. Feldzuge gegen die Franzosen und Sardinier teil, deckte 1735 Tirol, machte 1737—39 die Feldzüge gegen die Türken mit und wurde zum Feldmarschalllieutenant und Beisitzer des Hofkriegsrats ernannt. Beim Einbruch Friedrichs II. in Schlesien gegen Ende 1740 befehligte er hier und erschwerte dem Könige nach Kräften den Vormarsch. Dann vereinigte er sich mit Neipperg, führte in der Schlacht bei Mollwitz, in welcher er verwundet wurde, 10. April 1741 den rechten Flügel und kämpfte unter dem Prinzen von Lothringen in der Schlacht bei Chotusitz 17. Mai 1742. Nach dem Frieden von Breslau befehligte er unter Khevenhüller 1743 im Ssterreichischen Erbfolgekriege und hatte an der Vertreibung der Franzosen aus Bayern großen Anteil. Hierauf diente er unter dem Fürsten Lobkowitz in Italien, wo er namentlich den glücklichen Überfall von Velletri 11. Aug. 1744 ausführte, und wurde 1745 wieder nach Bayern und von da, als Feldzeugmeister, an den Rhein geschickt; 1746 ging er von neuem mit einem Heere von 30000 Mann nach Italien, wo er gleich anfangs Guastalla und Parma eroberte und den Sieg bei Piacenza entschied. Er führte 4 die Vorhut, eroberte die befestigten Engpässe er Bocchetta 4. Sept., worauf sich Genua unter-Cinsal mußte, das jedoch nach seinem verunglückten Einfall in die Provence durch General Bottas Schuld wieder verloren ging. B. stand 1748 im Begriff, Genua aufs neue einzunehmen, als die Nachricht von den Aachener Friedenspräliminarien eintraf. Zur Belohnung seiner Verdienste wurde er 1749 zum Gouverneur von Siebenbürgen ernannt; zwei Jahre darauf erhielt er das Generalkommando in Böhmen und 1754 die Feldmarschallswürde. Als Friedrich II. 1756 den Krieg aufs neue begann, wurde B. an die Spitze des bei Kollin zusammengezogenen Heers gestellt. Er brach nach Sachsen auf, wurde aber von Friedrich 1. Okt. 1756 bei Lowositz geschlagen und drang nun zur auf dem r der bei Pirna eingeschlossenen Sachsen auf dem rechten Elbufer bis gegen Schandau vor, konnte jedoch die Kapitulation nicht verhindern. Nach Wien zur Teilnahme an den Beratungen des Hofkriegsrats berufen, stimmte er für Ergreifung der Offensive und riet, Friedrich II. in Sachsen dem Entschi aber weder hier noch später, als er dem Entschlusse des Herzogs Karl von Lothringen, ein festes Lager bei Prag zu beziehen, lebhaft widersprach, ward sein Rat cholgt. So kam es 6. Mai 1757 zu der für die Ssterreicher unglücklichen Schlacht bei Prag. B. befehligte unter dem Heroge von Lothringen, traf Hedie die von den Preuben versuchte überflügelung die besten Anordnungen, indem er dem Feinde schnell in der bedrohten denen Flanke eine Front entgegensetzte, und schlug dessen ersten Angriff unter Schwerin mit großer Tapferkeit zurück. Bei dieser Gelegenheit zer⸗ . wurde eine Geschützkugel sein linkes Bein, und wurde 7*•5 dem von den Preußen eingeschlossenen Prag ge Hft dort erhielt er die Kunde von dem Siege der Osterreicher bei Kollin und sterbend empfing er von Daun die Meldung von dem Entsatze Prags. B. starb 26. Juni 1757 zu Prag.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 592Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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