Browning (Rob.), engl. Dichter, geb. 1812 in Camberwell bei London, erhielt seine Bildung auf der Universität zu London und trat zuerst mit einer Erzählung in Versen, Pauline o, auf, der sein Drama Paracelsuso (1835) sich anschloß, in welchem er die Rehabilitierung dieses als Charlatan verschrienen Naturphilosophen versucht. Im J. 1837 gab er das histor. Trauerspiel «Straffordo heraus, welches mit kräftigen Zügen das Leben und den Charakter des unglücklichen Ministers Karls I. schildert, aber sich auf der Bühne nicht behaupten konnte, ebenso wenig wie das Drama „A blot in the scutcheono (1843). Einer 1846 unter dem Titel Bells and pomegranateso veröffentlichten Sammlung dramatischer und lyrischer Versuche, in welchen ein größeres Streben nach Realität kundgibt, folgten Christmas-exve and Easter-days (1850), ein religiös-philos. Gedicht, reich an kuühnen Gedanken und poetischen Bildern, obwol nicht frei von der Neigung 885 Seltsamen, Bizarren, welche sich durch alle Schöpfungen des Verfassers zieht, und Men and Womenv (1855), eine Reihe von poetischen Charakterbildern, zu der ihn sein Aufenthalt in Italien veranlaßte. Einen neuen Band Gedichte, Dramatis personaer, ließ er 1864 erscheinen. Diesem folgte das erzählende Gedicht KThe ring and the booko (4 Bde., Lond. 1869; 2. Aufl. 1872), worin B. auf sehr originelle, aber barocke Weise den Hergang eines verwickelten ital. Kriminalprozesses schildert; Prince Hohenstiel-Schwangau, Saviour of Societyo (Lond. 1871), eine satirisch-humoristische Paraphrase der Laufbahn Napoleons III.; die antike Erzählung (Balaustion's Adventure, including a transcript from Euripideso (Lond. 1871), die in dem modernen Frankreich spielenden phantastisch-poetischen Erzählungen Fifine at the fairo (Lond. 1872), „Red Cotton Night-Cap Country, or Turf and Towersv (Lond. 1873) und Dramatic idylso (Lond. 1879). Störend wirkt in B.s Werken, trotz ihrer unleugbaren Genialität, die abrupte Form der Darstellung und eine Neigung zu gedrängter Kürze und philos. Haarspaltereien, deren zur Manier gewordene Eigentümlichkeit nicht bloß der künstlerischen Stimmung hinderlich ist, sondern das Verständnis erschwert. Gesammelt erschienen B.s Dichtungen zuerst 1849 in zwei Bänden, dann 1863 in drei und 1868 in sechs Bänden. Ein Band „Selections from B.s worksv erschien London 1872. Seine Gattin, Elizabeth B., geb. 1809 in London, hat sich gleichfalls einen rühmlichen Namen in der engl. Litteratur erworben. Tochter des wohlhabenden Riehung, d Barrett, erhielt sie eine vortreffliche Erziehung, die sich sogar auf die klassischen Sprachen erstreckte. Schon als 17jähriges Mädchen versuchte sie sich als Dichterin mit Essay on the mind, and other poems o„, die sie jedoch in die Sammlung ihrer Werke nicht an Aeschnlus hat; 1833 gab sie eine Übersetzung von Aeschylus' Gefesseltem Prometheuso heraus, die sie später umarbeitete. Originelles Gepräge haben ihre Dichtungen „Romaunt of Margareto (1836), „The Seraphim and other poemso (1838) und KRomaunt of the Pagen (1839). Nachdem sie 1846 in Robert B. einen ihr gleichgesinnten Gatten gefunden, ließ sie sich in Italien nieder, dessen nationale Bestrebungen ihr die wärmste Sympathie einflößten, welche sich in den Casa Guidi windowso (1851) und in den Poems before Congresso (1860) kundgab. Ihr Hauptwerk ist «Aurora Leigho (1857; 11. Aufl. 1873), ein philos.⸗erzählendes Gedicht, in welchem sie die Leiden einer edeln lichen Zor Natur im Kampfe mit den gesellschaftlichen Formen schildert. Sie starb zu Florenz am 29. Juni 1861. Ihre Poetical workso (8. Aufl., 5 Bde., Lond. 1870) sind in zahlreichen Ausgaben erschienen. religiöse Sekte.