FeedBrückenwage
TechnikBrockhaus 1882

Brückenwage (frz. balance à bascule, engl. weigh-bridge), eine Wage, welche zur Gewichtsbestimmung größerer Lasten dient und aus einer Kombination zweier oder mehrerer Hebel besteht; die Wagschale ist hier durch ein Brett oder eine Plattform (Brücke) gebildet. Diese Wagen werden sowohl als Deceimal-⸗ wie als Centesimalwagen gebaut; die erstern sind meist transportabel. Unter den gebräuchlichen Systemen älterer Konstruktion ist die Quintenzsche B. als die zweckmäßigste und am häufigsten zur Anwendung kommende zu erwähnen. e vorstehender Fig. 1—3 ist eine Decimalwage dieses Systems dargestellt. Dieselbe ist mit einer Abstellvorrichtung versehen, welche den Zweck hat, nach dem Gebrauche den Kontakt zwischen Schneiden und Pfannen vollständig aufzuheben und somit der Brücke eine feste Auflage auf dem Untergestell zu verschaffen. Es wird dies durch Senken der Gabel b und mit ihr des Wagebalkens g mittels des Hebels o, des Excenters f und der Excenterstange h erreicht. Der Winkelhebel K wird dabei so gedreht, daß der eine Schenkel desselben das vordere Ende des Wagebalkens stützt. Diese Einrichtung, welche sich in der beschriebenen oder in ac den Weise bei allen B. vorfindet, hat den Zweck, den schädlichen Einfluß der Stöße, die bei der Belastung und Entlastung der Wage erfolgen, auf die Hebelmechanismen derselben 4 en. Der zu wiegende Gegenstand wird auf die Brücke gelegt. Die Wirkung der Last wird von dem Rahmen X durch zwei bei e und d en Mithe Zugstangen auf den Hebel g übertragen. Mittels des oben beschriebenen Mechanismus wird die Wage eingerückt, sodaß die Brücke auf den Schneiden U, Vund Wbalanciert, worauf so viel Gewichte auf die Wagschale gesetzt werden, daß die beiden Schneiden einander genau gegenüberstehen. Das Gewicht der Last ist gleich dem Zehnfachen der auf der Lagerschale befindlichen Gewichte. Statt der Decimalwagen mit Wagschale baut man auch solche mit auf einem Hebel verschiebbaren Laufgewicht (Schnellwagen). Wagen letztern Systems, die sich außerdem noch durch einen elbstthätigen Registrierapparat auszeichnen, sind ie von Chameroy Fils in Paris donstruterten sog. Chameroy-Wagen. Beim Wägen verschiebt man das Laufgewicht E he 4) so weit auf dem Hebel F, bis das Gleichgewicht annähernd Eme der ist, wobei die Schneiden des erstern in eine der auf dem Hebel stets oberhalb einer runden Zahl befindlichen Kerben greift. Durch Verschiebung des Riegels V wird sodann das genaue Gleichgewicht hergestellt, hierauf dreht man den Handgriff T aufwärts und stellt auf diese Weise den Hebel Ffest. An der untern Seite des letztern, sowie an der des Riegels V sind erhaben gearbeitete, genau den an der Seite des Hebels und des Riegels befindlichen Skalen entsprechende Ziffern angebracht. Man schiebt nun ein Kartonblatt von bestimmter Größe seitlich in eine offnung des Laufgewichts und drückt den 1 die Jif Laufwärts, wodurch der Karton Wi die Ziffern des Hebels dem und auf diese Weise die Gewichtsangabe dem Papier eingedrückt wird. In Fig. 5 ist ein solcher Karton mit eingepreßter Gewichtsangabe dargestellt. Auf der zur Aufnahme des Bruttogewichts eingerichteten Seite hat sich unter den Hunderten eine 12, unter den Zehnern eine 6 eingeprägt, der Strich zwischen 7 und 8 gibt noch 7,5 Einheiten an, sodaß das Gesamtbruttoewicht 1267/½ kg beträgt; das Taragewicht ist auf diese e Weise mit 385,5 Kkg ermittelt. Die Mitte des Billets dient zur Notierung der beiden und zur Berechnung des Nettogewichts. Centesimal-Brückenwagen benutzt man zum Abwägen sehr großer Lasten, wie beladener ist deshalb die Brücke meist so angeordnet, daß dieselbe mit dem sie umgebenden Erdboden gleich ist, sodaß die Wagen direkt auf die Brücke falls können. Es kann bei dieser Konstruktion ebenfalls entweder eine Wagschale oder der oben beschriebene selbstthätige Registrierapparat von Chameroy angebracht werden. In Fig. 6—8 ist eine Cente imal-Brückenwage mit Wagschale dargestellt; Fig. 6 ist ein Längenschnitt, 90 8 ein Luers nüt und 90 7 ein Grundriß dieser Wage. Der hölzerne Boden A der Brücke ist uh den Balkenrahmen CD festgeschraubt, letzterer ruht mittels der gußeisernen, mit fStahl ausgelegten Supporte E auf den vier stählernen Schneiden m, welche in den Hebeln en befestigt sind. Die gabelförmigen Hebel en ruhen mittels ½½½ Schneiden auf Stahlunterlagen, auf we 1 Weise überhaupt alle Verbindungen und Auflagerungen bewerkstelligt sind. Um die Senkung der Brücke vor dem Auflegen der Gewichte auf die Wagschale zu verhindern, ist ein System von Hebeln und Zugstangen , R, S und Uangebracht. Durch die Drehung des Hebels um die horizontale Achse V wird das eine Ende des Hebels 8 so unter die an der Brücke befestigüten gußeisernen Stützen geschoben, daß die letztern auf den Enden des Hebels 8S ruhen und ein Senkeen der Brücke nicht mehr stattfinden kann. Die Heebel s8 drehen sich dabei um die in den Supporten angebrachten I den Der bernet fh mit der Wagschale P ist auf dem gußeisernen Ständer 1 angebracht und dreht sich gleichfalls mittels stählerner sophie sehr verdienter Gelehrter, geb. zu Augsburg 22. Jan. 1696, erhielt daselbst seine erste Bildung und bezog 1715 die Universität zu Jena, wo der Theolog Franz Buddeus durch seine e lektif che Denkart ihn auf das Studium der Geschichte der Philoophie leitete. B. habilitierte sich und hielt einige ahre Vorlesungen in Jena, kehrte 1720 in seine eimat zurück und wurde 1724 Rektor der Schule und Adjunkt des Ministeriums in Kaufbeuren. Schon vorher hatte er sich vornehmlich durch feine Historia philosophicae doctrinae de ideiso (Augsb. 1723) vorteilhaft bekannt gemacht. Das „Otium Vindelicum seu meletematum historiae philosophicae trigar (Augsb. 1729) verschaffte ihm 1731 die Aufnahme in die berliner Akademie. Bald darauf erschienen die Kurzen Fragen aus der philos. Historier (7 Bde., Lpz. 1731—36), endlich die große Historia critica philosophiae a mundi ineunabulis ad nostram usque aetatem deductas (5 Bde., Lpz. 1742—44; neue Aufl. 1766, mit einem Appendir von 1767) und der Auszug daraus, die «Institutiones historiae philosophicae (Lpz. 1747), die auch ins Englische übersetzt wurden (von Ensield, 2 Bde., Lond. Wen Ungeachtet vieler Mängel ist jenes größere Werk ein Zeugniß des Fleißes und gründlicher Gelehrs amkeit, welches für die Geschichte der Philosophie eigentlich erst die Bahn brach. Außerdem gab B. noch einen 4Bildersaal WHund Schriftstellers (10 Dekaden, Augsb. 1741-55) und den Ehrentempel der deutschen Gelehrsamkeitv (5 Dekaden, Augsb. 1747—49) heraus. Mehrere seiner einzeln erschienenen Abhandlungen sammelte er in den «Miscellanea historiae philosophicae, literariae, criticaer (Augsb. 1748). Er wurde 1744 als Pastor zum heil. Kreuz in seine Vaterstadt zurückberufen und starb 26. Nov. 1770.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 607Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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