FeedBuchsweiler
ErdkundeBrockhaus 1882

Buchsweiler, Hauptort eines Kantons im Kreise Zabern des elsaß-lothring. Bezirks Unterelsaß, 33km nordwestlich von Straßburg, unweit der Moder, am Fuße des sehr muschelhaltigen, 487 m hohen Bastberges, ist durch Zweigbahnen nach Steinburg ahn an mit der Elsaß-Lothringischen Eisenbahn verbunden und zählt (1875) 3272 E., darunter 2705 Evangelische. B. ist Sitz eines Amtserichts sowie eines prot. geistlichen Inspektors und Konsistoriums und hat seit 1871 ein Gymnasium, ein gutdotiertes, bereits 1528 reorganisiertes Spital, eine höhere Töchterschule, eine chem. Fabrik, Uhrenfabrik und ein mit Vitriol⸗ und Alaunfabrikation verbundenes Tanpsbader B., wo 1739 Reste eines röm. Iwir d ades entdeckt wurden, ward von Kaiser Ludwig dem Bayer zur Stadt eroben, gehörte im Mittelalter den Bischöfen von etz, dann den Grafen von Lichtenberg und von 1480 ab den Grafen von Hanau-Lichtenberg. Von diesen erbten 1736 die Landgrafen von Hessen-Darmstadt B., welches Sitz der Regierung aller darmstädt. Besitzungen im Elsaß wurde; 1789 endete diese Herrschaft, das Schloß wurde bis auf einen eringen, jetzt als Stadthaus dienenden Teil zertört; die Orangerie schenkte später Napoleon I. der Stadt Straßburg. Am 7. Aug. 1870 wurde B. von den Deutschen besetzt. Von allen elsäss. Kantonen hat B., das sog. Hanauer Ländelo, den deutschen Charakter am meisten bewahrt; in vielen Dörfern desselben ist die frühere Volkstracht geblieben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 680Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6