Calamianes, eine Provinz des span. Generalkapitanats der Philippinischen Inseln in Hinterindien, deren südwestlichste ⁷ sie bildet, ist, durch die breite Straße von Mindoro, von welcher der südwestlich von Apo-Klippen und Bänken gelegene, den Namen Northumberlandstraße tragende Teil der eigentliche Fahrweg für die Schiffe ist, von der Insel Mindoöro getrennt, zwischen 10· 20 und 12. 30 nördl. Br. sowie 119 16 und 120˙ 46 östl. L. von aulchen 5 gelegen, und besteht, außer einer beträchtlichen 2 Barr kleinerer eln, aus vier großen, nämlich Barragon oder Calamianes, Coron, Linacapan und Hoé. Hierzu kommt noch der nördlichste Teil der langgestreckten Insel Paläuan oder Parägua, welche die Philippinen mit dem nordöstl. Teile von Borneo und durch diesen auch mit den Suluinseln verbindet. Die Größe der Provinz wird auf 7900 qkm berechnet. Mit Ausnahme von Palauan, welches seiner Länge nach von einer Bergkette durchzogen wird, die in geognost. Beziehung als Fortsetzung des längs der 93 bs Nordküste von Borneo, von Kap Datu im W. bis Kap Sampanmangio im O. verlaufenden Gebirgszugs erscheint, sind die C. nicht eigentlich gebirgig, wiewohl sich auf mehrern von ihnen, wie namentlich auf Barragon oder Calamianes mehr oder minder hohe, hin und wieder selbst pikförmige Bodenerhebungen finden, von denen das Land nach allen Seiten hin abfällt. Der Boden ist überall äußerst fruchtbar, alle Erzeugnisse des Pflanzenreichs, welche überhaupt auf den vorkommen, wie Kokospalmen, Reis, Indigo, Kaffee, Zuckerrohr, Tabak, herrliche Fruchtbäume, Gemüsearken u. s. w. in reicher Fülle hervorbringend. Außerdem finden sich da Honig und Bienenwachs, Schildkröten, Perlenmuscheln, die eßbare Nester bauenden Schwalben oder Salanganen, während die Küsten und die Meeresstraßen I den einzelnen Inseln von Fischen wimmeln. Aus dem Mineralreiche kommen daselbst Eisen und Gold vor. An Schweinen und Hühnern ist daselbst allenthalben überfluß. Am ergiebigsten an Erzeugnissen aus dem Pflanzen⸗ und Mineralreiche ist der den Spaniern unterworfene Teil von Paläuan, wo auch niemals, wie auf den eigentlichen C., Erdbeben vorkommen. Die Zahl der den Spaniern böonalpamern Bevölkerung, außer sehr wenigen Nationals aniern hauptsächlich aus Tagalen, Bisayas, Malaien, Chinesen und den mannigfachen, durch Vermengung dieser verschiedenen ethnogr. Elemente unter und mit Europäern entstandenen Mischlingen be tehend, beträgt kaum 55000 E. In den Wäldern streifen noch einzelne, aber wenig zahlreiche, so gut wie unabhängige Stämme von Negritos und nicht mo-Iudiehepötker Malaien umher. 1 allgemeinen st die Bevölkerung äußerst träge, sich nur ungern mit der Bodenkultur und am liebsten mit m ang beschäftigend. Hiervon machen nur die Chinesen eine Ausnahme. Auch die Ungesundheit des Klimas der C. trägt zu der geringen Anzahl der Bevölkerung bei. Die span. Regierung trägt für diese so sehr außerhalb des Mittelpunktes der Phi⸗ —e47 gelegene Inselgruppe wenig Sorge, obgleich die C. sehr bald eine der blühendsten und ißt, sind unter K aufzusuchen. ergiebigsten Provinzen des ganzen Archipels der Philippinen werden könnten. Hauptort, Sitz der Provinzialbehörden und hauptsächlichster Hafenplatz ist Taitai an der gleichnamigen Bai, an der Nordostseite von Paläuan, auf 11 11 nördl. Br. und 115² 2 östl. L. von Greenwich gelegen, ein armer und elender, von bösartigen Fiebern Lanen Hafen Ort mit kaum 3000 E. und einem leinen Hafenfort.