FeedCalame (Alexandre)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Calame (Alexandre), berühmter Landschaftsmaler, war der Sohn eines armen Steinmetzen aus Neuchätel und wurde 28. Mai 1810 zu Vevay geboren. Der Bankier Diodati, in dessen Geschäft er lernte, nahm sich seiner an, sodaß C., welcher bereits und Kolorierung von Schweizerlandschaften sich und den Seinigen Erwerb verschaffte, 1830 in das Atelier von Diday in Genf eintreten konnte. Ungeachtet seines schwächlichen Körpers machte C. unermüdlich Studien in den Gebirgsgegenden seiner Heimat. Dadurch lebte er sich aber auch in dlese Alpennatur so hinein, daß er die beredtesten Schilderungen ihrer Schönheit zu geben vermochte. Die Gletscher und ihre Schneekuppen, das smaragdgrüne, weißschäumende Bergwasser, zersplitterte Bäume, gepeitschtes Gewölk, die vielfarbigen Felsengebilde, bald halb von Nebeln verschleiert, bald sonnenhell angestrahlt, dann wieder ein ruhig klarer Sonnenauf-oder Untergang mit idyllischem Hirtenleben, alles das umfaßte er mit bewundernswürdiger Kraft und stellte es überaus wirkungsvoll und bildlich interessant dar. Der Erfolg stellte sich bald ein; 1839 bereiste er Deutschland und die Niederlande, 1840 England, 1845 ging er mit den Schülern, welche sich an ihn angeft lossen hatten, nach Italien, wo er zu Rom und Neapel längere Zeit verweilte. In den zahlreichen Bildern, die er von dort mitbrachte, zeigte er, daß er auch die ital. Natur mit ihrer ganzen Eigentümlichkeit aufufassen vermochte. Später lebte C. in Genf. Iui Herbst 1863 ging er seiner Gesundheit wegen nach Mentone, wo er 17. März 1864 einem langjährigen Brustleiden erlag. Sein Denkmal zu Genf wurde 3. April 1880 enthüllt. C. ist unter den neuern Künstlern seines achs der klassische Maler der Hochgebirgsnatur. Seine Bilder, gleich meisterhaft in • und Farbe, suchen nicht die überraschen en Phänomene zu erfassen, sondern schildern die großartige Scenerie der Alpen ohne Effektsucht in ihrer Majeftät und Schönheit; seine te nische Vortragsweise ist stets klar und gediegen, seine Zeichnungen und Stichen gehören zu den bedeutendsten Leistungen ihres Gebietes. Besonderer S ätzung erfreuen 5 seine Lithographien und adierungen, von denen namentlich erstere als Musterblätter über die ganze gebildete Welt verbreitet sind, z. B. 18 Ansichten von Lauterbrunn und Meiringen (1842), 24 Blätter Alpenlandschaften (1845) u. a. Seine Gemälde umfassen: das Berner Oberland, Tirol, den Brienzersee, das Schreckhorn und Wetterhorn, die Bas zu den hervorragendsten zah en der ngfrau, den Vierwaldstättersee, die schweizer Waldsturm, der Monte-Rosa bei Sonnenaufgang, der Felsensturz im —½½½ und die Campagna von Pästum, sämtlich im leipziger Museum.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 827Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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