FeedCaledonia
ErdkundeBrockhaus 1882

Caledonia (von dem kymrischen Celeddöôn, d. i. Waldesdickicht) hieß bei den Römern das schott. Gebirgsland im Norden der Meerbusen des Clyde und Forth (Clota und Bodotria), zwischen denen der röm. Feldherr Julius Agricola (s. d.), der selbst in C. eindrang, die äußerste, 142 n. Chr. unter Antoninus Pius stark verschanzte, nachher durch Septimius Severus militärisch aufgegebene Grenze der röm. Provinz Britannia (s. d.) zog. Caledonier, durch hohe Gestalt, kriegerisches Feuer, Kraft und Abhärtung, einfache Lebensweise vor den südlichen verwandten brit. Stämmen ausgezeichnet, nennt Tacitus alle Bewohner jenes Landes, Ptolemäus nur die des nordwestl. Teils; sie gehörten der weitverbreiteten kelt. Völkergruppe an, und Reste von ihnen haben sich bis auf die Gegenwart herab in den Gaelen oder Bergschotten erhalten. Ihren Einbrüchen in das röm. Britannien vermochten die Römer seit Septimius Severus bis auf Valentinian I. (also bis zum letzten Viertel des 4. Jahrh., von dem das Sinken des Römischen Reichs in ein schnelleres Tempo gerieth), immer nur mit großer Anstrengung zu wehren. Die Pikten, deren Namen seit dem 4. Jahrh. den alten der Caledonier verdrängte, waren wahrscheinlich kein anderes Volk als diese. Zu ihnen gesellten sich die Scoten, die zuerst in der zweiten Hälfte des 4. Jahrh. genannt werden und die von Irland herüber in das jetzige Argyle eingewandert waren. Gegen die Raubzüge beider Völker riefen die Briten, als sie sich seit des Kaisers Honorius Zeit (zuerst seit 407, dann seit 427 n. Chr.) allmählich von den Legionen so gut wie aufgegeben sahen, die deutschen Sachsen zu Silfe, die namentlich um die Mitte des 4. Jahrh. rmißt, sind unter K aufzusuchen. 53* begonnen hatten, dr als Korsaren auf die brit. Küste zu werfen. Durch die Scoten, die sich vermutlich im 6. Jahrh. durch neue Einwanderungen verstärkt hatten, wurde 839 das Piktenreich zerstört, und das Reich der Scoten umfaßte nun das ganze jetzige Schottland (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 836Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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