FeedAgricöla (Gnäus Julius)
GeschichteBrockhaus 1882

Agricöla (Gnäus Julius), ausgezeichneter röm. Staatsmann und Feldherr, geb. 40 n. Chr. zu Forum Julii (Fréjus) als Sohn des unter Caligula hingerichteten Senators Julius Gräcinus, wuchs unter den Augen seiner Mutter, der Julia Procilla, zu Massilia auf, machte 59 in Britannien seinen ersten bn mit und erhielt 64 eine Quästur in Kleinasien. Nachdem er 68 die Prätur erlangt, schloß er sich im folgenden Jahre Vespasian an, der ihm erst den Besehl über eine Legion in Britannien, dann 73 die Provinz Aquitanien übertrug, die er drei *5— hindurch verwaltete. Im J. 77 zum Konsul erhoben, ging er 78 als Ronsularlegat nach Britannien, wo er eine ungemeine Thätigkeit als Feldherr wie als Administrator entwickelte. Er befestigte nicht nur die wankende Herrschaft der Römer in dieser fernen Provinz, sondern erweiterte sie auch bis an das caledon. Hochland, das er eben unterwerfen wollte, als er 84 von dem argwöhnischen Kaiser Domitian abberufen ward. Um den Besitz seiner Eroberungen in Britannien zu sichern, hatte er zwischen Clota und Bodotria (Clyde und Firt of Forth) eine Reihe von Befestigungen angelegt. A. starb 93 n. Chr. Sein Schwiegersohn war Tacitus, der auch seine Lebensgeschichte geschrieben hat. (S. Tacitus.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 228Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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