FeedCalorische
TechnikBrockhaus 1882

Calorische Maschinen (Heißluftmaschinen, auch Eriessonsche Maschinen genannt; rz. machines caloriques, machines à air chaud, machines d'Ericsson; engl. caloric engines, hotair engines, Ericsson's engines), im weitern Sinne iede Art von Triebwerken, durch welche Wärme in Arbeit umgewandelt wird; im engern Sinne diejenigen Betriebsmaschinen, bei welchen als beweende Kraft atmosphärische Luft vermöge ihrer genschaft, sich ben 2 von Erwärmung auszudehnen und infolge von Abkühlung 19 dese uziehen, zur Anwendung kommt, weshalb diese aschinen auch Luftexpansionsmaschinen genannt werden. Die Vorzüge der calorischen Maschinen vor den Dampfmaschinen bestehen darin, daß sie keinen der Explosionsgefahr ausgesetzten Kessel besitzen, daher der gesetlichen Kontrolle nicht unterliegen, daß sie keinen geschulten Wärter erfordern und mit jedem Brennmaterial geheizt werden können. Auf den angeführten Vorzügen beruht ihre praktische Bedeutung als Motoren für das Kleingewerbe, während ihrer Anwendung als Ersatz größerer Dampfmaschinen bisjetzt unüberwindliche Hindernisse entgegenstehen. Die erste sichere Nachricht über eine orische Maschine im eigentlichen Sinne brachte 1833 die engl. Zeitschrift Mechanic's Magazinev. Diese Maschine war von dem schwed. Ingenieur Criesson (s. d.) in London gebaut und sollte eine Leistung von fünf Pferdekräften ergeben; in prak20 verwendbarer Form wurde die me derartige schine von Eriesson im J. 1855 konstruiert. Man unterscheidet im wesentlichen offene und inen 5 calorische Maschinen. Offene Mahinen heißen diejenigen, bei welchen durch eine Luftpumpe dem Arbeitscylinder stets neue Luft zugeführt wird, welche, nachdem sie erwärmt worden und die hierdurch bewirkte Ausdehnung zur Beweeie entweicht; dieselben sind meist einfach wirend und bestehen in der Hauptsache aus einem Arbeits⸗ und einem Luftpumpencylinder. Geschlossene Maschinen nennt man diejenigen, bei we chen ein und dasselbe Luftquantum, ohne die Maschine verlassen, abwechselnd erhitzt und wieder abge⸗ — t bei dieser Art von Maschinen fort; dafur han dieselben einen zweiten Kolben, den sog. Verdränger, welcher den Zweck hat, die Luft abwechselnd nach dem Ofen und nach dem kalten Teil des Cylinders zu befördern. Die Hauptteile dieser aschine bestehen aus einem Arbeits⸗ oder Heißcylinder und einem Kompressions⸗ oder Kaltcylinder. Die Erhitzung der Luft Ma dadurch, daß dieselbe auf dem Wege durch die kaschine mit den Wänden eines Feuertopfes in Berührung kommt, welcher in einem ihn umschließenden Ofen bis zur Rotglut erhitzt wird, während die Abkühlung der Luft durch äußere Wassercirkulation um die den Verdränger umgebenden Cylinderwandungen erreicht wird. Zu den Heißluftmaschinen älterer Konstruktion gehören die von Ericsson, Wilcor, Wilson, Burdin, Bourget, Belou, Windhausen, Roper und Laubereau; durch die Maschinen neuerer Konstruktion sind dieselben jedoch so weit überholt worden, daß ihre Bes chreibung sehr wohl übergangen werden kann. Ihrer histor. Bedeutung wegen ist auf der Tafel: Calorische Maschinen 1 2 die Ericssonsche Maschine zur Darstellung gebracht. Unter den neuern Systemen sind die bekanntesten die von Hock, Holdorff u. Brückner, Lehmann, Stenberg und Rider, von welchen die beiden ersten offene, die übrigen geschlossene Maschinen sind. Die Hocksche Heißluftmaschine (Fig. 3 der Tafel) gehört u den einfachwirkenden offenen Maschinen mit geschlossener Feuerung. Die Konstruktion ist aus der ier beistehenden Fig. 1 verständlich: a ist der Ar-Delenbnder, p der Luftpumpencylinder; zwischen beiden ist ein entsprechend hohes durchbrochenes Zwischenstück g 14 1. 2. in welchem die Schwungradwelle gelagert ist. Der Arbeitskolben 6 it mit dem Pumpenkolben d fest verbunden; m ist der Feuerungsraum. Die Wirkungsweise der Maschine ist folgende: Bei beginnendem Aufwärtsgange des Kolbens wird durch die Steuerung das Eintrittsventil S geöffnet und das Druckventil f der Luftpumpe gehoben, wobei gleichzeitig das Saugventil e und das Auslaßventil T geschlossen werden. Bei der höchsten Stellung des Kolbens e geöffnet. Der Arbeitskolben drängt während des Rückgangs die verbrauchte Luft in den Schornstein, während der Pumpenkolben wieder frische Luft ansaugt. Das in der Maschine enthaltene Luftquantum wird während des Niedergangs des Arbeitskolbens erwärmt und hat am Ende desselben die zum Emportreiben des Kolbens notwendige Spannung erreicht. Der Niedergang des Kolbens erfolgt lediglich durch die in den Schwungrädern aufgespeicherte Kraft, wes alb dieselben sehr schwer sein müssen. Die gleichfalls zu dieser Klasse gehörende Maschine von Holdorff u. Brückner ist wesentlichen identisch mit dem Hockschen Motor. Der Kolben ist hier ein hohler gußeiserner Cylinder, dessen hohle Kolbenstange durch eine Stopfbuchse des Cylinderbodens hindurchgeht und durch eine kurze Zugstange an einen Balancier gekuppelt ist. Der obere, eine Kreisfläche bildende Teil des Cylinders dient als Arbeitscylinder, der untere, pvon ringförmigem Querschnitt, als Luftpumpe. mißt, sind unter K aufzusuchen. 54* Die zu den geschlossenen Maschinen gehörende Lehmannsche Heißluftmaschine (Fig. 1 der Tafel und hier schen Mafe Fig. 2) ist die verbreitetste aller ealorischen Maschinen. A, B und C ist ein aus drei Teilen zusammengesetzter, gußeiserner RDeiten der vorn mit einem ebenfalls aus Gußeisen bestehenden Mantel R umgeben ist. C ist der Feuertopf, welcher in einem er aus Chamottesteinen eingemauert ist und von den auf dem Rost 8 entwickelten Verbrennungsgasen umspült wird. In dem vordern offenen Cylinderteil A befindet sich der Arbeitskolben D, dessen Bewegung durch eine Hebelverbindung auf die Schwungradwelle ubertragen wird. Innerhalb des durch den Arbeitskolben einerseits und den Boden des Feuertopfes andererseits begrenzten Raums von A, B und CO bewegt 0 ein in allen seinen Teilen luftdicht genieteter Blechcylinder L, der Verdränger, dessen Führungsstange luftdicht durch den Arbeitskolben geht; der Verdränger wird außerdem durch die Rolle p getragen. Der zwischen dem Mantel Rund dem Arbeitscylinder 400 befindliche Raum ist stets mit Kühlwasser gefüllt, welches beständig eirkuliert. Bewegt sich der Verdränger gegen den Feuertopf C, so wird die im letztern enthaltene heiße Luft von demselben verdrängt und tritt nach vorn in den Raum A; bewegt sich dagegen der Verdränger vom Feuertopf weg, so drängt er die Luft aus dem Raum A in den Feuertopf zurück. Die innere Luft wird also das eine mal erhitzt und ausgedehnt, wobei sie den Arbeitskolben nach außen treibt; das andere mal kühlt sie sich ab und die Rückwärtsbewegung des Kolbens erfolgt durch die im Schwungrad aufgespeicherte Kraft. Die in der Figur 6 der Tafel dargestellte Stenbergsche Maschine ist im Prinzip der Lehmannschen Maschine gleich, zeichnet sich aber vor dieser durch eine einfachere Konstruktion des Hebel-Fig. 3 einen Querschnitt der Maschine. Dieselbe hat zwei aufrecht stehende Cylinder A und B, von denen A als Kompressions⸗ und B als Arbeitscylinder dient. Zwischen den Wandungen des Cylinders A cirkuliert beständig Wasser. Der Cylinder B ist in den Ofen C hineingebaut und zwar derart, daß denselben ein schützender Mantel F umfibe, wobei zugleich ein nach oben gerichteter Teil des Mantels in den Cylinder hineinragt und so die Heizfläche vergrößert. Die Wirkungsweise der Maschine ist F771 Beim Herabgehen des Kolbens D geht der Arbeitskolben ebenfalls abwärts, wobei die unterhalb D befindliche Luft komprimiert wird und durch den ringförmigen Raum zwischen Aund D in abgekühltem Zustand durch R unter den Arbeitskolben strömt. Auf dem Wege dahin berührt die Luft die heißen Wandungen des Mantels F, wird erwärmt „dehnt sich aus und treibt infolge dessen den Arbeitskolben aufwärts. Der in der Rorr 5 der Tafel dargestellte van [Rennessche Motor ist in seiner Wirkungsweise dem Lehmannschen gleich, nur daß die Maschine stehend angeordnet und mit einem trichterförmigen Kühlmantel versehen ist. Durch letztere Anordber wird bewirkt, daß die Temperatur im Cylinder bis höchstens zum Siedepunkt (100 C.) steigen kann, was der fünf⸗ bis sechsmal heißern Luft gehinschn vollständig genügt. Ein Nachteil dieser aschine ist der oszillierende Cylinder, da durch denselben der Gang der Maschine in schädlicher Weise beeinflußt wird und eine schnellere Abnutzung der arbeitenden Teile eintritt. Bei dem gleichfalls stehend angeordneten Buschbaumschen Motor, welcher gegenwärtig der Lehmannschen Maschine mit üdel Konkurrenz macht, ist der zuletzt bezeichnete Übelstand glückich vermieden. Zu erwähnen sind außerdem von neuern Konstruktionen die Heißluftmaschine von Howard und die des Amerikaners Brown, welch letztere zur Inbetriebsetzung der Nebelhörner an den deutschen Küsten dient. alothamnus, d. h. Schönstrauch, eine von La Billardiere benannte Pflanzengattung aus der Familie der Myrtaceen. Es sind sämtlich Sträucher, die in Australien vorkommen. Sie haben immergrüne ganzrandige Blätter und scharlachrote, in den Blattwinkeln sitzende und walzige Ahren bildende Blüten. Jede Blüte besteht aus einem fast albkugeligen, stehen bleibenden Kelch, vier bis fünf lumenblättern, vielen sehr langen, weit vorstehenden, in vier bis fünf Bündel verwachsenen Staubgefäßen und einem Stempel mit fadenförmigem Griffel. Die Frucht ist eine dreifächerige, vielsamige, an der Spitze mit drei Klappen sich öffnende Kapsel. Die Arten dieser Gattung gehören zu den schönsten und beliebtesten Ziersträuchern der Orangeriehäuser und Zimmer. Sie verlangen zu ihrem Gedeihen Heideboden, im Sommer, wo man sie ins Freie versetzen muß, einen halbschattigen Standort, im Winter viel frische Luft und br es Licht. Ihre Vermehrung durch Ableger während der schönen Jahreszeit ist ziemlich schwierig.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 852Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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