Cambronne (Pierre Jacques Etienne, Baron), franz. General, geb. 26. Dez. 1770 zu St.⸗Sebastien bei Nantes, war anfangs für den Handelsstand bestimmt, trat aber 1792 in die Nationalgarde und bald darauf in die Legion von Nantes, die gegen die Vendeer marschierte. Er stieg in derselben zum Hauptmann auf. Nach Unterwerfung der Vendee ging er zu den Linientruppen über, wohnte der Expedition nach Irland bei und kämpfte dann in der Schweiz, wo er sich bei Zürich auszeichnete und eine russ. Batterie wegnahm. Im J. 1800 nach dem Tode Latour d'Auvergnes, wurde ihm der Titel des ersten Grenadiers von Frankreich angetragen, doch lehnte er denselben bescheiden ab. An den Kriegen des Kaiserreichs in Preußen, Spanien, Rußland und Deutschland (1813) nahm er rühmlichen Anteil, wurde 1807 in die Kaisergarde versetzt, führte 1814 als General eine Brigade und folgte Napoleon als Kommandeur der 400 Mann der alten Garde nach Elba. Von dort kehrte er mit demselben 1815 nach Frankreich zurück und wurde zum Grafen und Pair von Frankreich sowie zum Generallieutenant ernannt. In der Schlacht bei Waterloo leistete er an der Spitze einer Division der alten Garde bis zuletzt Widerstand. Als alle Munition verschossen war und er aufgefordert wurde, sich zu ergeben, soll er 165 Mesinguwz La garde meurt et ne se rend pas. Dies ist gänzlich unerwiesen; ihm widerspricht auch die Thatsache, daß C. sich dem hannov. General Halkett ergab. Man schaffte ihn nach England, wo er entlassen ward, als er erklärte, sich dem franz. Kriegsgericht, das auch ihn als Vaterlandsverräter richten sollte, frei-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. III. lein zu stellen. Da er den Bourbonen keinen Eid geleistet, wurde er freigesprochen. Ludwig XVIII. ernannte ihn 1820 zum Kommandanten von Lille und zum Marechal-de-Camp. Im J. 1824 legte er diesen Posten nieder und zog sich auf ein Dorf bei Nantes zurück, wo er 5. März 1826 starb.