Camönen ist der Name altital. Göttinnen, welche in den Quellen wirkend gedacht wurden. Der Name Gusammenhängend mit carmen, Lied, Spruch) eigt, wie der Name der Göttin Carmenta (s. d. , die zum Weissagen begeisternde Kraft der Quellen an. Zu den C. gehört Egeria (s. d.), von welcher nach der Sage Numa beraten wurde. Es geschah dies angeblich in dem Haine bei Rom vor der Porto Cazena, welcher den C. und der Egeria geweiht war. Die röm. Dichter übertrugen den Namen der C. 00 auf die griech. Musen, die ebenfalls ursprüngich Uuellgottheiten waren. Cäment, s. Cement. Cämentation, s. Cementation. OCamẽo (ital., Mehrzahl Camêi), Kamee (s. d.). Camera (lat.), Gemach, Kammer (s. d.); als Bezeichnung für Behörden, z. B. C. imperialis, Reichskammergericht; C. apostolica, die päpstliche Rentenkammer; alla camera (ital., in der Musik), nach dem Kammerton (s. d.). Camera-clara (lat.), s. unter Camerasob-⸗ seura; nicht zu verwechseln mit Camera-lucida. schartenm (at.), s. Kameralwissenaften. Camera-lucida (d. i. lichte Kammer) ist ein (1809) vom Engländer Wollaston erfundenes optisches Hilfsmitte zum Landschaftszeichnen, welches nur sehr uneigentlich Camera heißt, da es aus gar keinem kammerähnlichen Raume besteht, son⸗ — dern, wie die beistehende Figur beiden Liale Mlen Flachen er und rn des Prismas maligen Spiegelung nach aufwärts in die eine halbe einem horizontalen Papier u itze ei chenstiftes di n Papier und der Spitze eines Zeidieses Bild nachzeichnen. Aittertwird, so laßt 10 8 9 Kurzsichtige müssen si dabei eines konkaven, vor die vertilale, ben Gegenrständen zugewendete Fläche mn gestellten, Fernsichrtige eines konvexen, unterhalb des Prismas, an der „Fassung desselben angebrachten Glases bedienen. eUm das Auge nicht zu ermüden, wendet man farbige wischengläser an. Mittels seiner Fassung ist das risma an einem horizontalen Arme festgemacht, der von einer kleinen, vertilalen Säule ausgeht; eine Schraubenzwinge dient da u, das Instrument tan den Tisch anzuschrauben. Auch bei ikrostopen und Fernrohren läßt 50 die C. anbringen, um die vergrößert gesehenen Bilder na zuzeichnen. Man gibt dem . in solchen Fällen die Form eines rechtwinkelig-gleichschenkeligen Prismas, das nur eine sehr geringe Länge und Breite hat; die Spiegelung eshieht dann an der innern Hypotenusenrion. Schon vor Wollaston hatte Sömmerrin 1808) eine C. mittels eines sehr kleinen, unter 45 an bei welchem der Strahlengang ähnlich wie i den total reflektierenden Prismen war. Camerae nuntii (lat. Kammerboten, Würdenträger im alten fränk. Reich, deren Stellun der der Herzöge ähnlich, aber weniger einflußrei war. Sie erhielten sich bis ins 9. Jahrh. Camera-obseura (d. i. dunkle Kammer), eine optische, kammer⸗ oder kastenförmige Vorrichtung (. beistehende Fig. 1), um die von äußern selbstleuchtenden oder beleuchteten G enständen AB kommenden Lichtstrahlen so einzulassen, daß auf einer entfernt stehenden weißen Wand oder auf einem weißen Schirme ein Bild jener Gegenstände entsteht. Die einfachste Einrichtung der C. ist die, daß man in einem verfinsterten Zimmer eine kleine offnung im Fensterladen anbringt und dem Fensterladen egenüber einen weißen Papier⸗ oder Leinwandschim aufstellt. Auf diesem Schirme erscheinen alle außerhalb des Zimmers liegenden Gegenstände, von denen aus Lich trahlen durch das Loch auf den Schirm allen können, abgebildet, und zwar in umgekehrter age das Unterste zu oberst (. das verkehrte Bild ba des Baumes A3) und das Rechte nach links verkehrt. Der Grund dieser verkehrten Lage des Bildes liegt darin, weil die Lichtstrahlen Aa und Bb von den Gegenständen geradlinig sich fortpflanzen und sich in der kleinen Ladenöffnun kreuzen; hierbei können von den höher liegenden Punkten der äußern Obiekte die Lichtstrahlen nur chief nach unten durch die Ladenöffnung auf den uffangschirm Ienmt und von tiefer liegenden Gegenständen können sie nur schief —3 oben eindringen. Dieser Form der C. bediente — schon 1540 Erasmus Reinhold, Professor der Mathematik zu Wittenberg, 31 Beobachung einer Sonnensinsternis Das Bild in einer olchen C. erscheint mit um so schärfer gezeichneten Contouren, je kleiner die Offnung ist; aber natürlich nad dann auch um so lichtschwächer und dunkler. acht man die ffnung größer, so wird das Bild war heller, aber es dringt dann von jedem Punkte zt, sind unter K aufzusuchen. der Außenwelt nicht mehr bloß ein möglichst feiner undel, so in das Zimmer, sondern ein ganzes Lichtdündel, sodaß sich jeder äJußere Punkt nicht mehr als unkt, sondern als verwaschener Fleck auf der Hinterwand abbildet. Größere Schärfe des Bildes mit möglichster Helligkeit desselben erzielt man durch Einsetzung einer erhaben geschliffenen Glaslinse von bedeutender Brennweite . inse) in den Fensterladen des Zimmers. Eine solche Linse hat die Eigenschaft, alle Lichtstrahlen, welche von einem entsernten Punkte aus auf sie fallen, nach deren 9.— gange ach das Glas, so zu brechen, daß sie alle wieder nach einem, um die Brennweite von der Linse abste enden Punkte hin zusammenlaufen. Stellt man daher einen weißen Papierschirm in der Entfernung der Brennweite der Linse vom Fensterladen auf,‚ so erblickt man auf dem Schirme ein deutliches, helles, verkehrtes Bild der Außendinge. Der erste, welcher solche C. mit Sammellinse konstruiert und beschrieben hat, ist der ½½ Joh. Baptista Porta (1558). Eine sol ist nicht nur für die Theorie des Auges sehr instruktiv, sondern auch ebenso sehr unterhaltend wegen der schönen Zeichnung und des natürlichen Kolorits der auf dem Papierschirme entstehenden Bilder. Sie hat aber den Ubelstand, daß ihre Bilder verkehrt sind. Diesen vermeidet man, indem man ein großes, rechtwinkelig geschliffenes Glasprisma hinter die Linse setzt. Rob. Hooke hat 1679 zuerst eine transortable Dunkelkammer konstruiert. Solche .„ sich sehr gut zum Nachzeichnen des optischen Bildes Ein mäßig hoher, innen geschwärzter Kasten ohne Boden wird rel ein mit weißem Papier bespanntes Reißbrett gestellt. In einer runden Öffnung in der Decke des Kastens befindet sich die Sammellinse, deren Brennweite gleich der Höhe des Kastens ist, und über der Linse, außerhalb des Kastens, ein in verschiedene Neigungen stellbarer Spiegel, welcher die von den ihm gegenüberliegenden Objekten auf ihn fallenden Strahlen nach der Linse hinspiegelt, sodaß von dieser auf dem Reißbrette ein Bild jener Obiekte entworfen wird. In der einen Seitenwand des Kastens ist eine Offnung mit Gardine, durch welche der Zeichner Kopf und Oberkörper in das Innere des Kastens bringt. Die über den Rücken falende Gardine schließt dann das störende Nebenlicht ab. Diese zwar transportable, aber immerhin etwas voluminöse Vorrichtung ist durch die Camera-lucida (s. d.) zurückgedrängt worden. Dagegen hat die C. eine große Wichtigkeit in der Photographie erlangt, feitdem es dem Franzosen Daguerre (s. d.) im Verein mit seinem Landsmann Niepce gelang (1838), die Bilder derselben photographisch zu fixieren. Diephotographische Camera (s. beistehende Fig. 2) besteht aus einem ausziehbaren Kasten A, mera befindet, desto weiter ist sein Bild innerhalb derselben von der Linse entfernt und desto weiter muß auch der Kasten ausgezogen werden Scharfeinstellen). An Stelle der matten Scheibe wird bei der Aufnahme ein flacher Kasten mit der empfindlichen Platte (der Kassette) gesetzt. Eine bedeutende Verbesserung erfuhr die botoqeaphische C. durch die lichtstarke Wienageich erechnet (1843) von Prof. etzval in Wien, geschliffen von Voigtländer, welche genaue Porträts zu liefern möglich machte. Später wurden noch andere Cameralinsen für besondere Won Dalmreve Zwecke konstruiert, so das Triplet von Dallmeyer und das Aplanat von Steinheil zu Architekturaufnahmen und Reproduktionen, das Pantoskop von Busch und der Weitwinkelaplanat von —.— ür Ansichten vom großen Gesichtsfeld u. s. w. (S. Photographie.) Die pantoskopische Camera oder der Panoramenapparat ist eine zuerst von dem deutschen Kupferstecher Martens in 1. angegebene Camera, die sich während der Aufnahme drehen läßt, sodaß die einzelnen Teile einer Landschaft nach und nach in das esichtsfeld des Apparats treten, und es dadurch möglich wird, ein ganzes Panorama auf einer einzigen Platte aufzunehmen. Die im Handel befindlichen photographischen Panoramenbilder nach Schweizerlandschaften sind in dieser Weise gefertigt. Camera-clara (d. i. helle Kammer) ist eine nicht sachgemäße Benennung mehrerer für das Nachzeichnen von Objekten bestimmten Einrichtunen der C. Besonders gab einthaler in Augsurg eine derartige, gegenwärtig wenig gebrauchte Einrichtung an, bei welcher, h wie bei der Vorderwaä oes C., das Licht durch eine an der orderwand befindliche Sammellinse eintritt, dann auf einen im Kasten hinter der Linse befindlichen Dhen geiviegelt Spiegel fällt und von diesem so nach oben gespiegelt wird, daß das Bild auf einer in die Decke des Kastens eingesetzten umeim Daus-Glasplatte entsteht, Legt man dann ein auspapier auf diese Platte, so scheint das Bild durch und man kann es nachzeichnen.