Camus (Armand Gaston), franz. Revolutionär, geb. 2. April 1740 zu Paris, studierte die Re te, zeichnete sich als Kenner des kanonischen Rechts aus und wurde Generaladvokat des franz. Klerus am Parlament, dann Rat des Kurfürsten von Trier und des Fürsten Salm-Salm. Trotz seines ascetisch-eifrigen Jansenismus gab er sich der Revolution leidenscha tlich hin und ward schon in die Generalstände als Vertreter eines pariser Stadtbezirks gewählt. In der Nationalversammlung erklärte sich C. Leben die wiederholten Anleiheprojekte, setzte die Aufhebung der päpstl. Annatengelder und die Einziehung der dem nahn ebbaften Grafan 5. Venaissin durch und nahm Heans Anteil an der neuen Civilkonstitution des Klerus. Auch elang es ihm, das sog. Rote Buch, in welchem die usgaben des Hofs und der Prinzen, besonders die Pensionen verzeichnet waren, für die Versammlung zu erhalten, dessen Drucklegung die aristokratischen Kreise arg kompromittierte. Hertig bekämpfte er Mirabeau, als dieser im Interesse der königl. Gewalt einlenken wollte. ach der Flucht Ludwigs XVI. klagte C. den König, Lafayette und Bailly als Verräter und Verschwörer an und forderte die Unterdrückung aller Orden und Korporationen, denen Geburtsrechte zu Grunde lagen. Als Konservator des Nationalarchivs bewahrte er die Urkunden über die aufgehobenen Korporationen und Institutionen vor Zerstreuung. Unter seiner Mitwirkung kam das Dekret über die Bildung des Nationalkonvents zu Stande, in den er vom Depart. Oberloire gewählt wurde. Als Sekretär desselben forderte er 18. Okt. 1792 die Versetzung der Minister in Anklagezustand wegen Verrats und Veruntreuung, und beantragte einige Tage darauf den Verkauf der Güter der Emigranten und der Klöster. Im Dezember wurde er als Kommissar nach Belgien zu dem General Dumouriez gesandt, um die Generale und die Operationen der Armee zu überwachen. Von dort schickte er im Prozesse des Königs sein Urteil schriftlich ein, das auf Tod ohne Aufschub und Appellation lautete. Als er im März 1793 den Auftrag erhielt, den General Dumouriez und die übrigen des Verrats verdächtigen Generale zu verhaften, wurde er von diesem mit seinen vier Kollegen gefangen defert. 16 und 3. April den Osterreichern ausgeliefert. Erst nach einer Haft von 2½ 1½½ ward er zu Basel gegen die Tochter Ludwigs XVI. ausgewechselt. Bei sener Rück kam er in den Rat der Fünfhundert, dessen Präsident er 23. Jan. 1796 wurde. doch der Katastrophe vom 20. Mai 1797 trat er jedoch aus und lebte ißt, sind unter K aufzusuchen. nun als Mitglied des Instituts ganz litterarischen Arbeiten. Seinen Prinzipien treu, votierte er 10. Juli 1802 gegen das lebenslängliche Konsulat Napoleons. Er starb 2. Nov. 1804. Die vorzüglichsten seiner Schriften sind: Lettres sur la proion d'avocat, et bibliothèque choisie des livres de droito (2 Bde., Par. 1772—77), «Iistoire des animaux d'Aristote (2 Bde., Par. 1783), Code judiciaire, ou recueil des décrets de LAssemblée nationale et constituante sur l'ordre judiciaire (4 Bde., Par. 1792), Voyage dans les départements nouvellement réuniso (2 Bde., Par. 1803).