FeedCamuecciui (Vincenzo, Cavaliere)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Camuecciui (Vincenzo, Cavaliere), ital. Historienmaler, geb. 1773 oder 1775 in Rom, bildete ich daselbst zum Maler und beschäftigte sich als Inspektor im Vatikan mit dem Kopieren von Bildern der großen ital. Meister, bis er sich der theatralisch⸗-antiken Richtung der Rinnden 5 Schule Davids zuwandte. Er entwarf für den König von Neapel die Ermordung Cäsars und, als Gegenstück, den Tod der Virginia „welches Bild für seine beste Arbeit aus früherer Zeit gehalten wird. Später erschien die ausgezeichnete Barstellung des ungläubigen Thomas, welche für die Peterskirche in Mosaik gearbeitet wurde. Dann malte er für San-Giovanni in Piacenza eine Darstellung im Tempel, ein vielbewundertes Werk. Es folgten eine Menge von Scenen aus der röm. Gee unter denen sich ein Horatius Cocles sowie Romulus und Remus als Kinder auszeichnen. Letztgenanntes Bild befindet sich in der Galerie des Grafen Schönborn u ind warrale Unter seinen übrigen Gemälen sin a di 0 geschätzt der Tod der Maria Magdalena, die Grablegung Christi, die er für Karl IV. von Spanien malte, die Bekehrung Sauls, kolossal für die Apostelkirche zu Rom ausgeführt, und die Sendung der Benediktiner nach England, als Verkünder des wahren Glaubens (1833). Die Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde in Prag ließ von ihm die Erscheinung des Herrn in der Vorhölle malen. Mit Landi 56 er die Plafonds im Palaste Torlonia aus. C. ist auch im Porträt vortrefflich. Er malte den König Ferdinand I. und die 0. Karoline von Neapel, sowie 1815 für Wien den apst Pius VII. (in der kaiserl. Galerie)Z. Mehrere seiner Werke hat Bettelini gestochen. Auch als lücklicher Restaurator alter Gemälde hat er sich erühmt gemacht. Ihn unterstützte hierbei insbesondere sein Bruder Pietro C., der 1833 starb. Unter dem Titel «I fatti principali della vita de Gesu Cristoß (Rom 1829 fg.) erschienen von Vincenzo C. mehrere Hefte Steinzeichnungen. Auch verdankt man ihm die Fortsetzung des Museh Capitolinoo. Pius VII. ernannte ihn zum röm. Baron. Er bekleidete die Stelle des Generalinspektorats der 77 Gemälde und der Mosaikfabrik; auch war er Direktor der Neapolitanischen Akademie in Rom, sowie eine Zeit lang Präsident der Akademie von San-Luca, nin Mitglied des Franösischen Instituts. In seinen Werken beweist er sch als Meister in Zeichnung und Komposition; im Kolorit zeichnete er sich erst in späterer Zeit aus, nachdem er hierin Domenichino Sarto und andere ältere Italiener sich zum Vorbilbe genommen hatte. C. starb 2. Sept. 1844 zu Rom.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 889Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Bildende Kunst 6