FeedCanuter (engl.)
VerkehrBrockhaus 1882

Canuter (engl.), kurzer Galopp von Pferden. Cauterbury, altertümliche Stadt und Parla mentsborough der engl. Grafschaft Kent, 89 EKm im OSdO. von London, in einem freundlichen Thale am Flusse Greater Stour, dessen Arme und Kanäle sie durchschneiden, ist in einem Oval gebaut, welches von vier Hauptstraßen in Gestalt eines got. Kreuzes durchzogen wird. Sie ist der Sitz des Primas von England, der aber gewöhnlich in Lambethhouse in Southwark residiert. Die Stadt hat enge Straßen, Häuser mit Spitzdächern, Giebelfenstern und Ihen 0 Balkonen und besitzt einen großen, herrichen Dom mit schöner Glasmalerei, 1070—1130 erbaut in Form eines doppelten Kreuzes, nach einem Brande 1174 —85 unter Leitung des Baumeisters mLoc von Sens wiederhergestellt, 165 m lang, 24 m hoch, mit Denkmälern des 1170 ermordeten Crzbischofs Thomas a Becket und des Schwarzen Dichen altengl. Glasgemälden und einer unterirdischen Kirche. Die Höhe des erst 1495 vollendeten Mittelturms beträgt 72, die der zwei Türme an der Fagade 40 m. Außer dieser sind noch 11 Kirchen vörhanden, von denen die Martinskirche, auf den Überresten eines röm. Tempels erbaut, ein durch Skulpturen ausgezeichnetes Taufbecken besitzt und die älteste 44 Englands ist. Die Stadt shi ein Museum, eine Korn⸗ und Hopfenbörse, verchiedene Freischulen, eine Stahl⸗ und Schwefelquelle in einem Privatgarten, und vor den Thoren den „Donjono, eine sendet c. mer Als Parlamentsborough entsendet C. zwei Mitglieder ins Unterhaus. Ihre 21701 C. (1881) treiben starken Handel in Getreide, Hopfen und Wolle. Das 9 km entfernte Whitstable, wohin eine udidee führt, ist der Hafen von C. Re C. selbst und dessen Umgegend finden sich 00 reiche Spuren röm. Altertümer, die an das alte röm. Durovernium erinnern. Längere Zeit war C. der Sitz der angelsächf. Könige von Kent. dise frühzeitig wurde hier das Christentum durch dieselben eingeführt und schon im 6. Jahrh. das erste Bistum in England gestiftet, das dann bald in ein Erzbistum und Primat umgewandelt ward. Der erste Erzbischof war Sanct Augustin (gest. 604), der hier ein Kloster Ccalefi welches, seit 1848 umgebaut, jetzt eine schule für Missionare enthält. Jetzt ist der Erzbischof von C. nicht allein Primas von Großbritannien, sondern auch erster Peer des Königreichs. Er hat das Recht, den König zu krönen, und gebietet über 20 bischöfl. Sprengel, sowie er zu den kirchlichen Synoden die einzelnen al. Geistlichen zusammenzuberufen befugt ist. Vgl. Stanley, Historical memorials of C. (6. Aufl., Lond. 187²). Sh. (Thomas von), . Becket (Thomas a). Qantharellus, s. Eierschwamm. anti carnascialeschi heißen die Maskentanzgesänge und Lieder für die Karnevalsfeste in Florenz, welche durch Lorenzo de' Medici zu einer eigenen Gattung der Kunstlyrik ausgebildet wurden und welche derselbe in den Straßen von maskierten Edelleuten vortragen ließ. Lorenzos Beispiel fand vielfache Nachahmung, und so entstand eine ansehnliche Sammlung solcher Karnevalslieder, die zu den originellsten Produkten der ital. Poesie boren. Sie sind von ausgelassener Fröhlichkeit und glühender Sinnlichkeit beseelt, übten aber gleichwohl auf die damaligen rohen Volksbelustigungen einen veredelnden Einfluß aus. Dieselben sind mehrmals gedruckt worden; die bekanntesten und besten Ausgaben sind: Trionfi, cani, mascherate o canti carnascialeschis (Flor. 1559); Canti carnascialeschi, cosmopolis (2 Bde., Lucca 1750). OCantioum (lat.), Gesang, Lied, ist insbesondere Bezeichnung für die auf der antiken Bühne nicht einfach gesprochenen, sondern unter Flötenbegleitung gesangartig vorgetragenen Monodien oder Einzelesänge. Dieselben wurden in Rom nicht von den chauspielern ausgeführt, sondern von eigenen Sängern. 4 weitern Sinne bedeutet C. dann aber auch alle von den Schauspielern selbst gesangartig vorgetragenen Partien der Schauspiele. Vgl. Grysar, alüber das C.v (in den Abhandlungeno der wiener Akademie der Wissenschaften, 1855). Santicum Canticorum, s. Hohes Lied. Cantilene Ewalt wurde früher in Italien zur Bezeichnung der weltlichen Gesänge gebraucht, und noch gegenwärtig heißen so alle heitern und freundlichen Lieder. Daraus entstand die neuere Bedeutung des Wortes, nach welchem als C. in größern musikalischen Sätzen — Stellen oder Melodien bezeichnet werden, welche sich durch ihren einfachen gcanglichen Charakter als Kern des Ganzen bemerklich machen. (S. Canta bile.) Cantine (frz.), Schenke (in Kasernen, Gefängnissen u. s. w.), auch Flaschenkeller, Flaschenfutter, irtin einer Cantine, Marketenderin. Cautire, lsenhalbinsel an der Westküste Schottlands in der Grafschaft Argyll, erstreckt sich 65 km weit von N. nach S., 0,s bis 12,8 km breit, bis sie mit der südlichsten Spitze, dem Mull of C., Irland auf 20 km nahe kommt. Der nördl. Teil von C. heißt Knapdale. Auf der 30 ist die Halbinsel durch den Loch Fyne und den Kilbrennan-Sund, auf der Westseite vom Jura-Sund und der Silbnrdl hog begrenzt. In 56˙ nördl. Br. ist die Halbinsel im N. abgeschnitten durch den vom Loch Fyne zum Jura-Sunde angelegten, 14,½ km langen Crinan-Kanal, welcher 15 Schleusen hat und die lange — um die Halbinsel unnötig macht. Auf der Ostküste von C. liegt Campbeltown (s. d.). anto fermo, auch gebräuchlich in der lat. Bezeichnung cantus firmus (frz. plain-chant), heißt die einfache, in gehaltenen Noten einherschreitende Gesangmelodie, so wie sie jetzt etwa die Weise des Chorals darbietet. Die melodischen Hauptnoten werden in ihrer vollen rhythmischen Dauer einfach und ohne jede Verzierung vorgetragen, während in dem cantus figuralis (canto figurato) die Melodie in Phrasen von verzierten Noten geringern Wertes erscheint. In der Lehre vom Kontrapunkt versteht man unter canto fermo diejenige Stimme, welche die Hauptmelodie vorzutragen hat und welche von den übrigen in figurierter Begleitung umgeben ist. Es war früher Gesetz, der obern männ ichen timme den cantus firmus zu übertragen, wodurch also in einem mehrstimmigen Satze die Hauptmelodie in der Mitte lag und diese hohe Männer-Roten erhielt davon, daß sie längere, EN oten zu singen hatte, den Namen Tenor (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 919Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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