Carolath-Beuthen, ein in Schlesien begütertes, früher freiherrliches, jetzt preuß.⸗fürstl. Geschlecht, das ursprünglich Schönaich hieß und unter diesem Namen geschichtlich bekannt geworden ist. — Fabian von Schönaich zeichnete sich im Dienste Kaiser Karls V. und des Kurfürsten Moritz von Sachsen als Staatsmann und Feldherr mehrfach aus, erhielt 1551 von Kaiser Ferdinand I. die Iehn und Muskau in der Oberlausitz als Mannehn und wurde in den Freiherrnstand erhoben. Nächst den Städten Sprottau, Parchwitz und Freistadt erwarb er auch die Herrschaften Carolath und Beuthen. Er starb 1591 kinderlos, und Muskau fiel wieder dem Lehnsherrn anheim. Seines Oheims Enkel, Georg von Schönaich, ward mit den „Herrschaften Carolath und Beuthen belehnt, die nun zu einer freien Standesherrschaft erhoben und 1610 Majorat der Familie wurden. Nach Georgs Tode kam das Majorat an dessen Großneffen Hans Georg (geb. 14. April 1662, gest. 23. Nov. 1700), der 1698 zum freien schles. Standesherrn von Carolath und Beuthen und 5. Febr. 1700 zum Reichs-Rabet erhoben ward. Des letztern Sohn, Hans arl (geb. 15. Jan. 1688, gest. 11. Okt. 1763), wurde nach der Besitzergreifung Schlesiens von 4½1— II. am 6. Nov. 1741 zum Fürsten von nach dem Rechte der Erstgeburt und die Standestherrschaft zum Fürstentum erhoben und am 18. Ren 1753 der prinzliche Titel auf die gesamte Deszendenz ausgedehnt. Auf den Fürsten Frie arl folgte dessen ältester Sohn Fürst Friedrich emißt, sind unter K aufzusuchen. Johann Karl, preuß. Generallieutenant der Kavallerie. Des letztern Enkel war Fürst Heinrich Karl Wilhelm, geb. 29. Nov. 1783, preuß. General der Kavallerie und Oberjägermeister a. D., auch Mitglied des Staatsrats und erbliches Mitglied des preuß. Herrenhauses, welchem durch Kabinetsordre vom 22. Okt. 1861 für sich und alle folgenden Familienhäupter der Titel Durchlaucht gewährt ward. Da derselbe 14. Juli 1864 starb, ohne Söhne zu een Resf vererbte er seine Güter und Titel auf seinen Neffen, den Prinzen Karl, geb. 14. Febr. 1845. Letzterer war 1871—81 Mitglied des Deutschen Reichstags, wo er zur Deutschen Reichspartei gehörte. — Das Fürstentum Carolath gehört zum Kreise Freistadt des preuß. Regierungsbezirks Liegnitz und umfaßt auf 250 qkm 15000 E., die in eine Stadt, einen Marktflecken und 21 Dörfer verteilt sind. Der Marktflecken Carolath mit 900 E. liegt der Stadt Beuthen (s. d.) gegenüber.