Beust, eine alte, angesehene, aus der Mark Brandenburg stammende Familie, welche jetzt in den sächs. Ländern und in Schlesien begütert ist. Johannes von B. wurde 1427 Bischof von Havelberg, starb aber nach wenigen Monaten; Heinrich von B. blieb 1553 in der Schlacht bei Sievershausen. — Bekannter ist als Gelehrter und Staatsmann Joachim von B., der Bruder des letztern, geb. zu Möckern 19. April 1522. Derselbe gin 1544, nachdem er seit 1539 in Leipzig studiert, nach Italien, wo er sich 1548 zu Bologna die jurist. Doktorwürde erwarb. Nach seiner Rückkehr 1550 zum kursächs. Rat ernannt, übernahm er 1551 eine Professur zu Wittenberg, wurde 1580 Konsistorialrat u Dresden und 1591 Aufseher der Prinzen. Im 1592 nahm er an der Generalvisitation der sächs. irchen und Schulen teil. Er starb 4. Febr. 1597 auf seinem Gute Planitz bei Zwickau. Mehrere seiner theol. Schriften wurden vielfach aufgelegt. * Friedrich von B., ein Nachkomme des vorien, hatte zwei Söhne: Joachim Friedrich von „geb. 1696, Hai 1771 als dän. Wirkl. Geheimrat und Genera salineninspektor, der in den Frei50u , erhoben wurde, und Karl Leopold von B., der 4. Jan. 1777 die Reichsgrafenwürde erhielt. Diese beiden Brüder wurden die — —— er zweier Linien des Geschlechts, einer ältern, freiherrlichen, und einer jüngern, gräflichen. Der Enkelsohn des 260 Freiherrn, Friedrich Karl Leopold von B, starb 20. Hez. 1840 als sächs. Kammerherr und Pheneaihte und hinterließ aus seiner Ehe mit einer ochter des 1806 gestorbenen sächs. Ministers von Carlowitz zwei Söhne: Craf von von Beust (s. d.) und Friedr. Ferdinand Graf von Beust (s. d.). 10, Karl Leop. von B., der Stifter der jüngern Linie, hinterließ mehrere Kinder, und unter diesen zwei Söhne. Der ältere von diesen, Graf Gottlob von B., starb als herzogl. sachsen-gothaischer Wirkl. Geheimrat und Konsistorialpräsident zu Altenburg 4. April 1796. Dieser hatte vier Söhne: 1) Graf Heinrich Gottlob von B., geb. 29. Mai 1777, preuß. Oberlandesgerichts⸗ und Pupillenrat und he ogl. sächs. Kammerherr, Besitzer von Schurgast in Oberschlesien, gest. 13. Febr. 1850 zu Dresden ohne Nachkommen. Seine Gemahlin, Philippine Wilhelmine, geborene räfin von Sandreczky und Sandraschütz (geb. 4. April 1786, bete 16. April 1834), hat sich als Schriftstellerin ekannt gemacht. Außer Beiträgen zu Taschenbüchern veröffentlichte sie unter anderm „Die Familie Willmorery (Bresl. 1829). 2) Graf Karl Leopold von B., geb. 26. Sept. 1780, gest. 12. Juni 1849 als großherzogl. sachsen-weimar. und herzogl. sächs. Wirkl. Geheimrat und vormaliger Gesandter der sächs. Herzogtümer am Bundestage. 3) Graf Traugott Friedrich von B., auf Serba, geb. 19. Fum 1782, gest. 10. April 1852 als herzogl. sachsen-altenb. Kammerherr und Oberjägermeister, Vater des Grafen Karl Louis von B. (s. d.). Endlich 4) Graf Ernst Au u st von B., geb. 21. Nov. 1783, Herr gel Meufulze und Pangel bei Nimptsch in Schlesien, gest. 5. Febr. 1859, früher preuß. Oberberghauptmann und Direktor der Abteilung für Bergwesen im preuß. Ministerium. Gegenwärtiges Haupt des ältern räfl. Zweigs der .— B. ist Graf Friedrich Hermann von B., Sohn des genannten Grafen Karl Leopold von B., geb. 20. Okt. 1813, großherzoglich sachsen-weimarischer Oberh ofmarschall, Generallieutenant und Generaladjutant des Großherzogs. Das neuere gräfl. Haus stiftete Friedr. Ferdinand von Beust (s. d.).