Cenei (Beatrice), bekannt durch ihr tragisches Schicksal, die jüngere Tochter des reichen röm. Edelmanns Francesco Cenci und der Ersilia Santa-Croce, geb. zu Rom 12. Febr. 1577, würde als gewöhnliche Verbrecherin keine große Berühmtheit erlangt haben, hätte sich nicht die Dichtung mit ihr beschäftigt und von ihr ein Bild acieit har welches mit dem historischen wenig AÄhnlichkeit hat. Ihr Vater Francesco war ein ie Samilte pon⸗ ausschweifender Mann, gegen seine Familie von eiserner Strenge; seine Kinder traten in seine Bahn, sodaß Konflikte zwischen Vater und Kindern nicht selten vorkamen und letztere schließlich jr Haß auf Francesco warfen. Dessen zweite Frau, Lucrezia Petroni, sein ältester Sohn Giacomo, ferner Beatrice, und von diesen verführt die jüngern Söhne Bernardo und Paolo, ließen Francesco in der Nacht vom 9. zum 10. Sept. 1598 in seinem Bette auf dem Schlosse Petrella im Königreich Neapel ermorden und den Leichnam durch eine Galerie herabstürzen, um glauben zu machen, der Ermordete sei zufällig verunglückt. Die Mordthat ward jedoch entdeckt, den Schuldigen der Prozeß gemacht, Lucrezia, Giacomo und Beatrice am 11. Sept. 1599 auf dem Platze vor der Engelsbrücke Renke verun Bernardo zu lebenslänglicher Galeerenstrafe verurteilt, dann aber am 20. März 1606 begnadigt und ein Teil der Güter ihm zurückgegeben. Paolo war kurz nach dem Vatermorde und vor Beginn des Prozesses gestorben. Beatrices Verteidiger, Prospero Farinacci, beschuldigte, um sie zu retten, den ermordeten Francesco des Versuchs der Blutschande. Obwohl die Beschuldigung jedes Grundes entbehrte, ist sie von der Nachwelt fast allgemein geglaubt und wiederholt worden, sodaß man die Mörder zu Märtyrern, den Ermordeten zu einem die.Gechitt Unhold umstempelte. Guerrazzi hat die Geschichte Beatrices als Roman behandelt (Beatrice C., storia del secolo XVIY, Mail. 1872); romanhaft sind aber auch die Darstellungen von Scolari (Beatrics C., causa celebre criminale del secolo XVIV, Mail. 1856), De Stendhal (Les C.v, Par. 1856), Dal Bono (Storia di Beatrice C. e de' suoi tempie, Neap. 1864), eines Ungenannten („Beatrice C. o il parricidio di Rocca Petrellad, Mail. 1876) u. a. Eine zuverlässige, aktenmäßige Darstellung gab erst der röm. Archivist Bertolotti (Francesco C. e la sua famigliav, Flor. 1877; 2. Aufl. 1879). Cendal, auch Sendal oder Zindal genannt, ein feines ind. Leinengewebe, eine Art Musselin oder Cendré (frz.), aschfarbig. [ẽNesseltuch. Oendrillon (frz.), Aschenbrödel.