Censoren hießen im alten Rom diejenigen zwei Magistratspersonen, welche den Census, die Verzeichnung der Bürger und ihres Vermögens, desgleichen ihre Verteilung nach Bezirken und Vermögensklassen besorgten, weiterhin aber auch die Aufsicht über die Sitten führten und Bürger, die durch ihren Wandel Anstoß gegeben hatten, rügten und dem entsprechend in der Regel in ihren bürgerlichen Rechten und Ehren beschränkten. Den Schluß des Census bildete die feierliche Entsühnung des Volks, das Lustrum (s. d.). Außerdem hatten die C. die Staatsländereien, Zölle und andere Gefälle, Salinen und Bergwerke zu verpachten, öffentliche Bauten und Lieferungen für den Staat an den Mindestfordernden zu vergeben, die Ausführung solcher Kontrakte zu überwachen und für die In- und Muiagen der bestehenden öffentlichen Bauten und Anlagen zu sorgen. Ihr Amt währte 2 Ausfubje anderthalb Jahre, doch konnte für die Volt rung der von ihnen verdungenen Arbeiten ihre Vo macht verlängert werden. Da das Lustrum regel-Jahre erst nach Ablauf von vier, hernach von fns Jahren stattzufinden hatte, Termine, die noch zudem oft überschritten wurden, so folgten die Censoren⸗ — nicht wie die Konsuln ununterbrochen, sonern durch Zwischenzeiten getrennt aufeinander. Die Würde eines C. galt mit der Zeit, obschon stren genommen nicht bloß die Konsuln dem Range na höher standen, für die ehrenvollste, wie sie denn auch schon früh regelmäßig I nach dem Konsulat erreicht zu werden pflegte und im Unterschied von diesem zur Zeit der Republik nur einem einzigen um zweiten male verliehen worden ist. Die Censut ist 444 oder 443 v. Chr. im Zusammenhange mit der nischen um des Konsulartribunats von der konsularischen Amtsgewalt (nach Mommsen erst 435 v. Chr.) abgezweigt und als selbständiges Amt einerichtet und den Ml den Patriciern vorbehalten ald aber auch den Plebejern eröffnet worden. Na Untergang der Republik erlosch die Censur allmählich, insoweit nicht die Kaiser ihre Funktionen, anfangs zum Teil noch unter dem Titel von C., ausübten. Vgl. de Boor,«Pasti censoriiv (Berlin 1873).