FeedCeram (Serang)
ErdkundeBrockhaus 1882

Ceram (Serang), die größte Insel des Archipels der Molukken 2 d.), liegt zwischen 127. 59 und 130 44“ östl. L. (von Greenwich), sowie zwischen 3 20“ und 3 40“ südl. Br. und besitzt 18198 qkm Flächeninhalt. C. wird in der Richtung seiner Längenachse, d. h. von W. nach O., von einer näher der Süd⸗ als der Nordküste verlaufenden, nicht vulkanischen Gebirgskette durchzogen, aus welcher sich einzelne Spitzen bis zur Höhe von 2000 2600 m erheben. Die Insel ist außerordentlich fruchtbar, aber bisjetzt nur zum allerkleinsten Teile und bloß an der Küste in Kulturzustand gebracht, daher mit dichten Wäldern bedeckt, in denen sich die ganze Dieie und Pracht der tropischen Vegetation zeigt. ieselben liefern eine Menge der vortrefflichsten Holzarten für die verschiedensten Zwecke. Sago- und Kokospalmen, sowie auch der Gewürznelkenbaum wachsen wild. Kulturpflanzen sind Reis, Tabak und Kakao. Von Tieren sind besonders die vielen und schönen Vögelarten, worunter ein Kasuar, und Insekten zu n Größere Säugetiere, namentlich Affen, kommen daselbst nicht vor. Die Bevölkerung besteht aus Alfuren, welche von alters her prinzipmäßig von der niederländ. Regierung gezwungen wurden, ihre Wohnsitze nur längs der Küste zu nehmen. Dieselben stehen noch 121 einer sehr niedrigen Kulturstufe, wiewohl sie teilweise Scheinchristen sind, und es ist den Bemühungen der niederländ. Regierung bisjetzt noch nicht gelungen, sie von barbarischen Gebräuchen, wie dem des Raubens von Köpfen u. a. m. gänzlich abstehen zu lassen. Jedes Dorf lebt unter seinem eigenen Stammeshaupte. Kriege der einzelnen Dörfer miteinander kommen häufig vor. Die Gesamtbevölkerung, worunter noch nicht 25 Euro-Nach beläuft sich auf höchstens 200000 Seelen. nach dem Niederländisch-Ostindischen Regierungsalmanach für 1875 fehlt eine genaue Angabe hierüber. C. bildet jetzt zwei unter europ. Beamten stehende Abteilungen der niederländ. Residentschaft Amboina: Elpaputi an der Süd⸗ und Sawaai an der Nordküste. In Sawaai, welches mitunter von Walfischfahrern besucht wird, befindet sich ein Blockhaus mit einer kleinen Garnison. Ceraphanien oder Cerophanien, ein aus dem Lateinischen und Griechischen zusammengesetztes Wort, bezeichnet durchscheinende Bilder aus Im die die auf folgende Art hergestellt werden. Um die Form anzufertigen, wird geschmolzenes und „unter Zusatz von Terpentinöl beliebig gefärbtes Wachs in einer etwa 2 mm starken Schicht auf einer Glasplatte ausgebreitet. Mittels verschie⸗ [den geformter Griffel aus Elfenbein oder Knochen wird sodann die Eicene in der Weise hervorgebracht, daß die lichten Teile derselben durch entsprechende Verdünnung der Wachsschicht erzeugt werden, während man die dunkelsten Schatten durch angemessene Verstärkung dieser Schicht erzielt, ohne daß hierbei die betreffenden Stellen „undurchsichtig werden dürfen. Die so gebildete Wachstafel wird sodann mit einem Rande umgeben, innerhalb dessen ein Gipsbrei eingegossen wird; nachdem derselbe erstarrt und getrocknet, wird die Glasplatte abgehoben. Von der Gipstafel erhält man wiederum Wachsabgüsse, indem man sie mit einem Rande umgibt, mit Wasser tränkt und das mit Terpentinöl versetzte Wachs aufgießt. C. hießen auch Transparentmalereien auf Shirting mit Wachsfarben, welche für Fensterdekorationen und Rouleaux verwendet werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 134Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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