FeedComoren oder Comoro-Inseln
TierreichBrockhaus 1882

Comoren oder Comoro-Inseln, eine 1598 von Houtman entdeckte Gruppe von vier größern und —.— kleinern Inseln, in einer 245 EKm langen Reihe, im nördl. Eingange der Straße von „Mozambique, zwischen der Nordwestküste Madagaskars und der Küste von Mozambique. Itanisch eln, sämtlich hoch und bergig, zum Teil vulkanisch und an den Rändern aus Korallenfels gebildet, zeichnen sich aus durch fruchtbaren Boden und ein von beständigen Seewinden gemäßigtes Klimg. Die herrliche tropische Vegetation —.— Kokos⸗ und Arecapalmen, treffliches Schiffbauholz, vorzüglichen Reis und Mais, Bataten, Hams, Bananen, Mangos und Ananas, sowie Orangen, Citronen, Baumwolle, wilden Indigo und Zuckerrohr. Wichtig ist die häufige Caretschildkröte. Auch Ineln. O Rindwoh und Schafe produzieren die eln. Die Bewohner sind Ind Mi von ostafrik. Suaheli-Negern, Arabern und Malaien, zwar mohammedanisch, doch auch dem Fetischismus ergeben, im anzen friedfertig, ehrlich und gastfrei, aber ohne riegerischen Mut. Sie leben meist von Landbau, Warem. auch geschickt in Fertigung von Leinwand, affen, Schmiede⸗ und sogar Juwelierarbeiten. Ausfuhrartikel sind Kokosöl und Schildpatt. ö Drei der Inseln werden jede von einem arabischen Sultan beherrscht, während außerdem fast jeder Ort seinen eigenen, durch Wahl der Notabeln bestimmten Chef hat. Die vierte Insel, die östlichste, Mayotte, arab. M'Ayata, 366 qkm mit Laetre 10288 E., wurde 1841 an die Franzosen abgetreten. Gegen Nordwesten von Mayotte folgen: Njuana, Andschuan oder Johanna die blühendste der Inseln, 373 qkm mit 12000 E., bis 1570 m hoch, überaus pittoresk, reich bewässert und ungemein fruchtbar, dazu leicht ugänglich und daher äufig von europ. Schiffen beucht; Mohilla oder tohéli, 231am mit 6000 CE., von Klippen umgeben, reich an Vieh und Lebensmitteln, berühmt durch seine Klingen; Groß-Comoro, arab. Angazija, die größte (1002 qkm), mit zwei durch einen 320 m hohen Rücken verbundenen hohen Bergen im Norden und Süden und einem an 2600 m hohen Vulkan, der alle drei bis vier Lende eine Eruption hat und Lavaströme ins Meer sendet. Diese Insel hat fruchtbaren vulkanischen Boden, ist wasserarm, aber reich an Rindvieh. Sie zählt 35000 E., 3 wegen der frühern Sakalava-Einfälle ummauerte Städte und etwa 100 Dörfer. Muroni ist die Residenz des

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 543Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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