FeedChalon-sur-Caöne
VerkehrBrockhaus 1882

Chalon-sur-Caöne, Handels⸗ und Fabrikstadt und Hauptort eines Arrondissements im franz. Depart. Saöne-et-Loire, wichtiger Knotenpunkt der Paris-Lyoner Bahn, 58 km nördlich von Mäcon, in 178 m Höhe, in einer fruchtbaren Gegend Burgunds, an der Mündung des Centralkanals in die Saöne. Diese günstige Lage bewirkt einen sehr belebten Speditions⸗ und Transitohandel und Dampfschiffahrt nach Lyon. C. zählt (1876) 20 895 E. und ist ein bedeutendes Entrepot für Weine und Spirituosen, Essig, Getreide, Mehl, Holz und Holzkohlen, Eisen, ater Leder, Tuch, sog. Rouen-Kramwaren, Quincaillerie und Seilerhanf und treibt Eigenhandel mit Wein, Getreide, Gips und Fabrikaten. Außer bedeutenden Mühlen bestehen Fabriten in Ol, Borax, Weinstein, Glas⸗, Eisen⸗ und Kupferwaren; ferner Destillationen, Ermsetalreien, Ziegeleien, Brauereien, eine von reuzot abängige Eisengießerei, Maschinenfabrikation, 6 0 abriken, ein Schiffszimmerplatz u. s. w. C. ist mit Resten der alten Bese tigungen und einer Mauer umgeben und hat vier Vorstädte einen prachtvollen Quai am Flusse und schöne Promenaden. Die Stadt ist Sitz einer Bergbau-Inspektion für vier Departements, hat ein Tribunal erster Instanz, ein ramnii und zwei Friedensgerichte, eine Handelsammer, ein Kommunal-Collége, eine eichenschule, eine Rdemuhe Bibliothek von 22000 änden, ein Gemäldemuseum, Gesellschaften für Geschichte, Archäologie und Künste. Von röm. Altertümern ist noch manches vorhanden. — C., das Cabillonum im Lande der Aduer, wird schon von Cäsar erwähnt und war in der röm. Kaiserzeit eine ansehnrmißt, sind unter K aufzusuchen. liche Handelsstadt. Im 4. Jahrh. wurde hier ein Bistum gegründet, dessen Bischof später den Titel eines Grafen von C. und Barons von Salle führte, und das erst in der Revolutionszeit einging. Von den Burgundern kam C. 534 an die Franken und ward Residenz des ersten fränk. Königs von Burgund Guntram (gest. 592). Im 10. Jahrh. bildete es mit seinem Gebiete die burgund. Lehnsgrafschaft Chälonnais. Diese kam 1097 zur Hälfte an den Bischof von C. durch Kauf; die andere Hälfte war vom Grafen von Douzy geerbt worden und kam 1237 durch Tausch an das Herzogtum Burgund und mit diesem 1477 an die franz. Krone.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 165Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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