FeedChelius (Marimilian Joseph von)
HeilkundeBrockhaus 1882

Chelius (Marimilian Joseph von), ausgezeichneter deutscher Chirurg, geb. 16. Jan. 1794 zu Mannheim, machte hier und in Heidelberg seine Studien und wurde bereits 1812 zum Doktor promoviert. Nachdem er 00 in München und Landshut praktisch ausgebildet, übernahm er im Nov. 1813 die Stelle eines Hospitalarztes in Ingolstadt. Vom Typhus befallen, begab er sich zu seiner völligen Wiederherstellung nach München und folgte dann als Re-Nach dem den bad. Truppen nach Frankreich. Nach dem Frieden ging er nach Wien, wo er die Kliniken von Hildenbrand, Zang, Beer und Kern besuchte, und 1815 machte er den zweiten Feldzug suchte Frankreich mit. Nach seiner Rückkehr beuchte er Göttingen, dann Berlin und später Paris. Von Paris aus folgte er 1817 dem Rufe als außerord. Professor der Medizin nach Heidelberg, wo er 1819 eine ord. Professur erhielt. Er ward 1821 zum Hofrat, 1826 zum Geh. Hofrat, 1841 zum Geeimrat ernannt und 1865 in den erblichen Adeltand erhoben. Im Okt. 1864 legte er sein Lehramt nieder. Er starb 17. Aug. 1876 in Heidelberg. C. hat durch seine Vorlesungen und in der von ihm eleiteten chirurgisch⸗-ophthalmiatrischen Klinik viele Wundärzte gebildet. Unter seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind das in fast alle europ. Sprachen übersetzte «KHandbuch der Chirurgie (2 Bde.; 8. Aufl. 1857) und das auch französisch erschienene «Handbuch der Augenheilkunden (Stuttg. 1844) als Hauptwerke hervorzuheben. Außerdem sind noch die Schriften: cüber die Heilung der Blasen-Scheidenfisteln durch Kauterisation » (Heidelb. 1845) und Zur Lehre von den Staphylomen des Augesv Geidelb. 1858) zu nennen. Sein Sohn, Franz von C., geb. 6. Sept. 1822 zu Heidelberg, hat sich ebenfalls mit Erfolg der Chirurgie zugewendet und unter anderm die Schriften: «Uber die Amputation am Fußgelenko (Heidelb. 1846) und «über das Staphylom der Horn⸗ — (Heidelb. 1847) veröffentlicht. Derselbe war bis 1873 außerord. Professor an der Universität le ich aur ab dann aber diese Stellung auf und ließ sich zur Fortsetzung seines Berufs in Dresden )Inieder. Seit Jan. 1877 nach Heidelberg zurückgekehrt, ist C. sehr beschäftigt als Arzt und Operateur und leitet mit großem Erfolge eine Priivatklinik für anege pon und Frauenkrankheiten, in welcher die Pflege von Barmherzigen Schwestern, dem St. Vincentiusorden angehörig, besorgt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 222Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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