Carus (Karl Gust.), geschätzter Arzt und * siolog, geb. 3. Jan. 1789 zu Leipzig, besuchte die Thomasschule seiner Vaterstadt, studierte daselbst Medizin, habilitierte sich 1811 als Privatdocent und begann seine akademische Thätigkeit mit Vorlesungen über vergleichende Anatomie, über welche bisher in Leipzig noch nicht gelesen worden war. Dann widmete er sich mit besonderm Interesse dem Studium der „Hirekton Nachdem er im Kriege von 1813 die Direktion des franz. Hospitals zu Pfaffendorf bei Leipzig geführt, ging er 1814 als Professor der Entbindungskunst und Direktor der geburtshilflichen Klinik an die neu organisierte mediz.⸗chirurgische Akademie nach Dresden. Hier wurde er 1827 unter Enthebung von seinem Lehramt zum Gen Leibarzt, Hof- und Medizinalrat, 1843 zum Geh. Medizinalrat und 1861 bei Gelegenheit seines 50jährigen um Geheimrat ernannt. Auch erwählte ihn im Dez. 1862 die Kaiserlich Leopoldinisch-Karolinische Akademie zu ihrem Präsidenten. C. starb 28. Juli 1869 zu Dresden. Als Schriftsteller hat C. eine ungemeine Vielseitigkeit entfaltet. Seine Fachmethodt zeichnen sich durch Gründlichkeit, streng methodische Forschung und echt wissenschaftliche Anordnung aus, Rni. sie den Einfluß der Schellingschen Naturphilosophie nicht verleugnen können. Dahin gehören: Lehrbuch der Zootomie⸗ (mit 20 von ihm selbst radierten Kupfertafeln, Lpz. 1818; 2. Aufl. 1834), «Lehrbuch der Ehndtolocte⸗ (2 Bde., Lpz. 1820; 3. Aufl. 1838), «Erläuterungstafeln zur vergleichenden Anatomie » (zum Teil mit Otto, 9 Hefte, Lpz. 1826 —55; lat. von Thienemann, Lpz. 1828 — 55), «Grundzüge der vergleichenden Anatomie und Physiologier (3 Bde., Dresd. 1828), «System der Physiologies (2. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1847— 49). Hierzu kommen noch die Untersuchungen: „Von den äußern Lebensbedingungen der weiß⸗ und kaltblütigen Tiere » (Lpz. 1824) und über den Blutkreislauf der Insekten » (1827), von denen die erste w1822 von der kopenhagener, die zweite 1834 von der pariser Akademie gekrönt ward. Ferner veröffentlichte C. «Erfahrungsresultate aus ärztlichen Studien und ärztlichem Wirken » (pz. 1859) und zahlreiche Werke über philos., naturwissenschaftliche und künstlerische Gegenstände. Hervorzuheben sind die Vorlesungen über Psychologie »(Lpz. 1831), (Briefe über Landschaftsmalerei» (Lpz. 1831; 2. Aufl. 1835), 4Zwölf Briefe über das Erdleben »(Stuttg. 1841), «Denknißt, sind unter K aufzusuchen. schrift zur 100jährigen Geburtsfeier Goethes. UÜber ungleiche Befähigung der verschiedenen Mensch1849), 4Psyche. Zur Entwickelungsgeschichte der Seele (Pforzh. 1846; 2. Aufl., Stuttg. 1851), „Physis. Zur Geschichte des leiblichen Lebens v (Stuttg. 1851), «Über Lebensmagnetismus »„ (pz. 1857), „Natur und Idee oder das Werdende und sein Gesetzo (Wien 1861), &Grundzüge einer neuen Kranioskopiev (Stuttg. 1841), 6 Atlas der Kranioskopie (Lpz. 1843; 2. Aufl. 1864), «über Grund und Bedeutung der verschiedenen Formen der Hand in verschiedenen Personeno — 1846), Symbolik der menschlichen Gestalt» (Lpz. 1852; 2. Aufl. der Seele in der Reihenfolge der Tierwelt» (Wien 1866), «Über die typisch gewordenen Abbildungen menschlicher Kopfformenv (Jena 1863), «Die Lebenskunst nach den Inschriften des Tempels zu Delphin (Dresd. 1863), „Betrachtungen und Gedanken vor auserwählten Bildern der dresdener Galeries (Dresd. 1867), Lebenserinnerungen und Denkwürdigkeiteno (4 Bde., Lpz. 1865 — 66). Eine biographische Charakteristik von C. enthält Unsere Zeito (Neue Folge, un 1869, II). C. war selbst Künstler und hat sich namentlich auf dem Gebiete der Landschaftsmalerei als solcher Ul. Bie⸗