FeedChiton
AllerleiBrockhaus 1882

Chiton hieß bei den alten Griechen das von Männern und Frauen unmittelbar am Körper getragene Unterkleid. Man hat den dorischen und ionischen C. zu unterscheiden. Ersterer, ursprünglich ein kurzes wollenes Hemd ohne Armel, ward als der einfachere und zweckmäßigere allmählich die fast allgemein übliche Tracht der griech. Männer. Es galt für ein Kennzeichen des Freien, ihn über beide Schultern zu tragen, während der C. der Sklaven und Handarbeiter (arch. Exomis) nur ein Armloch für den linken Arm hatte und den rechten Arm mit der rechten Schulter und einem Teile der Brust ganz frei ließ. So trägt ihn auch Hephaistos als Schmied. Der C. der dor. Frauen war ein einfaches, wollenes Hemd, wahrscheinlich aus einem länglich viereckigen Stück Zeug bestehend, welches ein Armloch für den einen Arm hatte: es wurde um den Körper gelegt und die beiden obern Ecken der offenen Seite wurden auf der Schulter des andern Arms mit einer Spange oder einem Knopf zusammengeheftet (s. nachstehende Fig. 1); die offene Seite wurde unten entweder zusammengesteckt oder auch zusammengenäht; um tißt, sind unter K aufzusuchen. die Hüften wurde der C. durch ein Band oder Chitöne or einen Gurt 3 Diesen E.ahne we Die dor. Jung⸗ Artemis, von d frauen trugen diesen C. ohne weiteres Obergewand chem sie als Ja und oft so kurz, daß er über den Knien endigte Chittack, T (s. Fig. 2). Der ion. Stamm dagegen, nament⸗ brit.⸗ostind. Pre lich die Athener, trug einen längern C., auch von von 20 Gandel Leinen. Als Männertracht galt dieser lange C.Quadratfuß od noch zur Zeit der Perserkriege; zur Zeit des Pelo-gewicht und alẽ ponnesischen Kriegs jedoch trugen die Athener den lichen oder den dorischen C. Der C. der ion. Frauen, der immer 900 engl. Troy denselben Charakter bewahrte, war ein weites und noch üblichen § daher faltenreiches, bis auf die Füße herabreichen⸗ Chittim des Hemd mit ebenfalls weiten, bald längern, bald teer oder Ketier kürzern Armeln, linnen oder von ähnlichem Zeuge, ner Cyperns, übrigens von gleicher Art der Anlage und der Hef⸗ Kolonialstadt 5 tung. Da er über der Achsel zusammengeheftet wurde ostküste dieser! und dadurch die beiden Teile, welche Brust und Rückendie phöniz. Se decken sollten, viel zu lang wurden, entstand ein über-Uein Sohn Jayv schlag, der wie zwei Tücher über Brust und Rückengenannt. In in verschiedener Länge, gewöhnlich bis gegen die C. im weitern Hüften, zuweilen noch tiefer herabhing. Nuf diesen des östl. Mitt üÜberschlag bezieht man den Ausdruck Diplois oder sten Küstenlän Diploidion. Die Armel erschienen völlig geschlossen;[Macedonien ( oft aber wurden sie von der Achsel an oberhalb auf-sogar auf Ital geschlitzt und durch Spangen zusammengeheftet, so⸗ Chinsa he daß man durch den Schlitz den Arm sehen konnte. paß oder Klau Da dieser C. weit länger war als der Körper, den er klause, C. del bekleiden sollte, so wurde er durch den Gürtel so weit klause), und heraufgezogen, daß er nur bis zu den Füßen reichte.gelegenen ital. Der dadurch unter der Brust oder tiefer (je nachdem Chiusa di? der Gürtel angelegt war) entstehende Schurz oder und dem Kreif Überhang (Kolpos) bildete dann mit dem Saume Schloß, beder des obenerwähnten überschlags (der Diplois) eine fabrikation un arallele Linie (s. Fig. 3). Wenn auch die weiße Michele (die darhe für die Gewänder im allgemeinen die vorherr-der Lombardei schende war, so trugen doch namentlich die Frauen befestigt), Fled sarr häufig dunkelfarbige C., putzsüchtige auch wohl Susa, an der afranfarbige, und schmückten sie außerdem durch linie, mit 1135 horizontale Verbrämungen, vertikale Streifen, frei auf welchem über das Gewand zerstreute oder sonst angebrachte San-Michele! Stickereien, endlich durch regelmäßige Muster. Stadt in der der Chitonia, ein Beiname der dem geschürzten Chiton (s. d.), in welägerin dargestellt wurde. schittack oder Chhatank ist in der ovinzBengalen Yein kleines Feldma hs oder Quadrat-Haths = 45 engl. der 4,1809 àm; 2) ein kleines Handels-S solches zweierlei: a) bei dem gesetzm neuen Bazargewicht 5 Tolas oder ygrän = 58,319 g, b) bei dem meist Faktoreigewicht = 52,919 g. zei Luther Kithim, bei Homer Ker) ist der biblische Name der Bewohhergeleitet von der alten phöniz. Kition (Kittion, Citium, an der Süd-Insel), welche eine Hauptstation für eefahrer war. 1 Mos. 10, 4 wird C. vans und somit ein Enkel Japhets späterer Zeit wurde die Bezeichnung n Sinne nicht nur auf andere Inseln telmeers, sondern auch auf die meinder dieses Meers, vor allem auf 1 Makk. 1, 1 und 8,5) und (Dan. 11, 36) lien ausgedehnt. ißt im Italienischen soviel wie Engse (Klus, Cluse), so die berühmte Etschll' Adige, bei Verona (s. Bernerist der Name mehrerer an Engpässen „Ortschaften. Wichtig sind besonders: esio, Stadt in der ital. Provinz se Cuneo, mit (1881) 6576 E, altem utender Seidenmanufaktur, Spiegelid Weinkultur; dann Chiusa Sanalten Chiuse Longobarde, die Pforten i, 581 zum Schutz gegen die Franken cken in der ital. Provinz Turin, Kreis r Dora Riparia und der Mont-Cenis5 C., am Fuße des Berges Picchiriano, sich die berühmte Benediktinerabtei della C. erhebt; Chiusa Selafani, ital. Provinz Valermo auf Sieilien, K aufzusuchen. Kreis Corleone, mit 7129 E.; endlich das venet. Dorf Chiusa, mit 1185 E., in der Provinz Udine, Distrikt Moggio, am Südostfuße der Carnischen Alpen im Val de Ferro, an der Fella und der Eisenbahn Villach-Ponteba-Udine. Chiusi, Stadt in der ital. Provinz Siena, auf einem Hügel im Thale der Chiana gelegen unweit des gleichnamigen Sees, an der Bahn Asciano-Grosseto, zählt (1881) 1824, als Gemeinde 5017 E. Im Altertum unter dem Namen Clusium (der ursprüngliche Name war Camars oder Camers) eine der 12 etrusk. Republiken, gelangte der Ort als die Residenz Porsennas zu geschichtlicher Berühmtheit. Später war die Stadt eine der treuesten Verbündeten der Römer und rief, als sie 391 die Gallier belagerten, deren Hilfe an. Durch die thätige Teilnahme der röm. Gesandten an der Verteidigung der Stadt gegen Brennus gab C. die Veranlassung zu dem ersten röm.⸗gallischen Kriege. Noch während der röm. Kaiserzeit war C. eine nicht unbedeutende Stadt; doch nach dem Einbruch der Barbaren verfiel die Stadt gänzlich; das ganze Chianathal wurde entvölkert und zu dem verpesteten Pfuhl, als welchen es Dante beschreibt. Seit der Entsumpfung und Regulierung der Chiana hob sich mit der ganzen Gegend auch C. zu neuer Blüte. Vor allem aber ist die Stadt durch die seit 1826 gemachten Ausgrabungen bemerkenswert, die eine reiche Ausbeute an etrusk. Altertümern ergeben haben. Das Museo Civico in C., das den größten Teil der frühern Paolozzischen Sammlung enthält, ist damit gefüllt; eine andere, früher in C. befindliche Sammlung, die Casuccinische, ist jetzt in Palermo. In Cetona, unweit C., ist die zahlreiche Sammlung Terrosi zu erwähnen; außerdem finden sich viele bei den chiusiner Ausgrabungen gefundene Gegenstände in der Galleria degli Uffizi in Florenz vereinigt. Fast alle Antiquitäten stammen aus den Grotten, die den alten Etruskern als Grabstätten dienten. Es sind zumeist schwarze Thongefäße, zum Teil mit Figuren in Basrelief geziert, die nicht im Feuer gehärtet, sondern einfach an der Sonne getrocknet zu sein scheinen. Die Felsengräber von C. sind nach Art der übrigen etrusk. Gräber angelegt und nicht selten mit Wandmalereien geschmückt; eins der interessantesten ist die sog. Tomba della scimia mit Darstellungen gymnastischer Spiele. In großer Anzahl werden in der Nähe von C. die sog. Käfersteine gefunden, d. h. aus Karneol oder andern harten Steinen gefertigte Käfer, oft mit eingravierten Figuren, deren sich die Etrusker als Schmuck bedienten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 314Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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