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MusikBrockhaus 1882

Chor (chorus) heißt in der modernen Musik zunächst eine Vereinigung von Sängern oder auch Musikern zum gemeinschaftlichen Vortrage irgend eines Musikstücks, daher die Namen Sängerchor, Musikchor. Der Sängerchor ist ein gemischter oder vollständiger, wenn die vier menschlichen Hauptstimmen: Sopran, Alt, Tenor, Baß, in ihm vertreten sind. Den Gegensatz dazu bilden die Frauen- und Männerchöre. Musikchor nennt man vorzugsweise eine Gesellschaft von Blasinstrumenten, z. B. Militärmusikchöre, die je nach ihrer Besetzung in Oboisten-, Trompeter-oder Hornistenchöre zerfallen. Das Wort C. bedeutet, daß jede Stimme von Sängern oder Spielern mehrfach besetzt ist; eine einfache Besetzung dagegen heißt Quartett, Quintett, Terzett u. s. w. Von den Ausführenden ist der Name auf den Ort der Ausführung übertragen, den man besonders früher als edas Chorv (namentlich in den Kirchen als edas Orgelchorp) bezeichnete. Besonders aber bedeutet der Name C. das durch einen solchen Verein von Stimmen vorgetragene Gesangstück. Die vorhandenen Kompositionen dieser Art sind außerordentlich reichhaltig und mannigfaltig; von den einfach harmonischen vierstimmigen Stücken bis zu den kunstvollsten Stimmengeweben enthalten sie das Großartigste und Machtvollste, was die Musik geschaffen hat. Der C. ist seinem Sinne nach der Vertreter der Gesamtheit, was durch die vorhandenen Kompositionen in allen Graden und Schattierungen ausgedrückt ist: Halb-, nißt, sind unter K aufzusuchen. Doppel⸗, drei⸗ oder vierfache Chöre u. s. w. Der C. gedieh bereits im 15. und 16. Jahrh. zu einer hohen Vollendung, besonders als unbegleiteter Gesang in der Kirche (a capella-Chor), bis er in Händels Oratorien seinen Kulminationspunkt erreichte. — Bei gemischten Orgelstimmen (Mixtur, Kornett) heißen C. die zu einer Taste gehörenden Pfeifen; denn jeder Ton eines solchen Registers wird nie durch einen einfachen, sondern je nach der getroffenen Bestimmung durch eine Anzahl von drei, vier oder mehr Intervallen intoniert. Auch die zwei, drei oder vier Saiten, welche auf dem Pianoforte für einen Ton aufgezogen und somit gleichmäßig gestimmt werden, heißen C., und man spricht deshalb von einem zwei⸗, drei⸗ oder mehrchörigen Bezuge des der Airche

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 341Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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