FeedChoralgesang
ReligionBrockhaus 1882

Choralgesang ie Geh dem Gottesdienste seiner Anhänger eine feste Gestalt und auszeichnende Eigentümlichkeit; die spätern ähnlichen Erzeugnisse der Reformierten, der Anglikaner und selbst der Katholiken waren nur eine mehr oder weniger modifizierte Nachahmung der luth. Vorbilder. Hinsichtlich der Kunstmusik wurde der C. im Bereiche der luth. oder evang. Kirche so herrschend, daß die Geschichte eines Hauptzweigs der deutschen Musik, welchem die größten Meister angehören, als harmonische Ausgestaltung dieser schönen Kirchenmelodien betrachtet werden kann. Was man heute C. nennt, bezieht sich denn auch vorzugsweise auf die Kirchenlieder der Lutheraner und deutet sowohl die Eigentümlichkeit wie auch eine gewisse Beschränktheit der prot. des Wortes an. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes C., als Bezeichnung des vom Chor Gesungenen, hat sich m 6 im Englischen erhalten. Ein Chorgesangverein heißt in England Choral Society, und Beethovens 9. Symphonie wird wegen der Beteiligung des Gesanges dort Choral Sinfony genannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 342Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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