Citta di Castello, Stadt in der ital. Provinz und im Kreise Perugia, links am Tiber gelegen, unfern vom Apennin, mit (1881) 5433, als Gemeinde 24002 E., ist Sitz eines Bischofs. Bei dem Orte, der lebhaften Handel treibt und Seidenspinnereien und Nägelfabrikation hat, entspringen mineralische Quellen. In der angeblich von Bramante entworfenen Kathedrale befinden sich bedeutende Gemälde einheimischer Künstler, ebenso in den fünf andern Kirchen, wie in den Palästen Manzini, Vescovile, Vitelli. C. ist das alte Tifernum Tiberinum, welches Totilas zerstörte und welches im 6. Jahrh. vom Bischof Florido wiederhergestellt wurde; es ist als diejenige Stadt Italiens bekannt, welche 1499 die erste Bestellung bei Rafael machte.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 420Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei