Chieti oder Civita di Chieti, schön gelegene und gutgebaute Hauptstadt der ital. Provinz C. (auch Abruzzo citeriore genannt, 3092,3 qkm mit [18811 343 972 E.), unfern des Flusses 86, von (Aternus), auf einer 283 m hohen Anhöhe, von welcher man eine herrliche Aussicht auf das 13 Km davon entfernte Adriatische Meer genießt, und an der Bahn Pescara-Aquila, Sitz eines Erzbischofs und des Präfekten, hat 10 Kirchen, darunter eine rächtige got. Kathedrale, 12 Klöster und 4 Konervatorien, ein hübsches Theater, ein Gymnasium und ein Seminar und zählt (1881) 12 273, als Gemeinde 21835 CE., welche sich mit Tuchweberei beschäftigen, öl, Wein, Getreide und Seide bauen und Handel mit den Produkten des Landes treiben. — Im Altertum hieß C. Teate Marrucinorum und war eine der bedeutendsten festen Städte dieses sabellischen Stammes. Sie nahm an dem letzten samnitischen Kriege gegen die Römer teil und fiel 305 v. Chr. in deren Hände. Nach dem Sturze des Römischen Reichs geriet sie zuerst in die Gewalt der Goten, dann der Longobarden. Von Pipin dem Kurzen zerstört, wurde sie von den Normannen wieder aufgebaut, die sie zur Hauptstadt der Abruzzen machten, und mit Neapel vereinigt. Hier stiftete 1524 der heil. Gaétano von Theate den Orden der Theatiner (s. d.).