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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Clapperton (ughs, brit. Afrikareisender, geb. 1788 zu Annan in der schott. Grafschaft weichem kam, 13 J. alt, auf ein Handelsschiff, mit welchem er mehrere Reisen von Liverpool nach Nordamerika machte, nahm dann Dienste auf der königl. Flotte und wurde 1806 zum Seekadett befördert. Er machte eine Fahrt nach Ostindien und ging auf dem Linienschiff Asia unter Admiral Cochrane im Febr. 1814 nach Nordamerika. Bald nachher kam er auf die Flotte, die auf den canadischen Seen gegen die Vereinigten Staaten errichtet war, stieg zum Lieutenant empor und erhielt das Kommando eines Schoners auf dem Eriesee. Er kehrte 1817 nach England zurück und lernte in Edinburgh Oudney kennen, der im Auftrage der Afrikanischen Gesellschaft nach Afrika gehen sollte. Er wirkte sich die Erlaubnis aus, denselben begleiten zu dürfen, und beiden schloß sich Lieutenant Denham an. Nach kurzem Aufenthalt in Tripolis brachen die Reisenden im Febr. 1822 nach Bornu auf, wo Denham sich von seinen Gefährten trennte, um Bagirmi und Mandara (Adamaua) zu bereisen. C. untersuchte mit dudney den See Tschad und drang, nachdem sein Begleiter unterwegs gestorben, westlich bis Sokoto vor. Da es ihm aber nicht gestattet wurde, Racu Reise weiter westlich fortzusetzen, trat er den Rückweg an und kam wieder mit Denham zusammen, mit dem er 1825 nach England zurückkehrte. Das Ergebnis ihrer Reise war für die Kunde Afrikas von großem Wert; aber die Lösung des großen geogr. Rätsels über den Lauf des Niger erschien wenig gefördert. C. wurde zum Kapitän ernannt, und der Minister Lord Bathurst gab ihm den Auftrag, eine neue Reise nach der Bucht von Benin zu unternehmen, um von dort nach Sokoto und Bornu vorzudringen und den Lauf des Niger zu erforschen. C. verließ England im Aug. 1825 in Gesellschaft des Kapitäns Pearce und der Ärzte Dickson und Morrison. Seine Begleiter, die nach der Landung auf der afrik. Küste sich von ihm trennten, um andern Richtungen zu folgen, fanden ihren Tod; C. aber kam in Begleitung seines treuen Dieners Richard Lander nach Sokoto. Doch fand er den Sultan Bello nicht geneigt, ihm die Reise nach Bornu zu erlauben. Die getäuschte Hoffnung und die Beschwerden der Reise griffen seine Gesundheit so an, daß er erkrankte und 13. April 1827 unweit Sokoto starb. C. war der erste Europäer, der von der Bucht Benin aus weit ins Innere Afrikas vordrang und den Lauf des Niger durch eine große Landstrecke verfolgte. Ohne wissenschaftliche Bildung, aber ein verständiger und unbefangener Beobachter, hat er die Erdkunde bedeutend erweitert. Die Berichte über seine erste (Lond. 1826) und zweite Reise (Lond. 1829; deutsch, Weim. 1830) gab Barrow heraus. Ergänzungen zur letztern enthalten Landers Records of C.s Iast expedition to Africaz (2 Bde., Lond. 1829—30).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 431Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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