Cameron (Verney Lovett), berühmter Afrikareisender, geb. 1. Juli 1844 zu Radipole (Dorsetshire) als Sohn des Vikars von Shoreham, wurde zu Bruton Harineladeit, erzogen. Im 85⁷ wurde er Marinekadett, 1876 Kommandeur; er diente im Mittelmeer, in Westindien, im Roten Meer und an der Ostküste von Afrika und wurde 1872 zum Chef einer Expedition ernannt, die von der Londoner Geographischen Gesellschaft aus erüstet war, um Avingstone zu Hilfe zu kommen. C. trat in Begleitung von Lieutenant Murphy, Moffat und Dr. Dillon am 24. März 1873 die Reise ins Innere von Bagamayo aus, gegenüber nd,Degert an, erreichte im Wwingst Unjanjembe und begegnete hier der Leiche Livingstones, die von dessen Dienern nach der Küste transportiert wurde. Während Murphy den Leichenkondukt nach Zanzibar führte, Moffat starb und Dillon wegen Krantheit sich 17. Nov. erschoß, setzte C. die Reise fort, um Livingstones Forschungen zu ergänzen, gelangte 21. Febr. 1874 nach Udschidschi am Tanganfikasee, umfuhr letztern 13. März bis 9. Mai in seinem von 4½ sudwärts gelegenen Teil und entdeckte dabei 3. Mai den Ausfluß des Sees, den zum Lualaba fließenden Lukuga. Er brach 18. Mai von Udschidschi nach Westen auf mit der Absicht, den Lualaba abwärts bis zum Congo zu verfolgen; in Manjuema sah er sich aber genötigt, den Fluß zu verlassen und ging nun südwestlich auf ganz neuen Wegen 5800 km weit bis nach Benguela an der Westküste von Afrika, von wo er 19. Nov. 1875 in Loanda ankam. Diese große Reise stellt ihn den erfolgreichsten Afrikareisenden der Neuzeit gleich, zumal er ein guter Beobachter und zu zuverlässigen Ortsbestimmungen befähigt ist. C. wohnte 1876 dem von König Leopold II. in Brüssel zusammenberufenen Kongreß der Afrikareisenden bei und war 1878 in Kleinasien und Persien, um die Möglichkeit eines Eisenbahnbaues vom Mittelmeer nach Indien zu erforschen. Seine große Reise beschrieb er in Across Africas (2 Bde., Lond. 1876; deutsch: »Quer durch Afrika, Lpz. 1877). Auch schrieb er „Our future Highways (1880). Camerũn 2 der höchste Gebirgsstock an der ganzen Westküste Afrikas (die terra alta Amboze der Spanier), eine riesige vulkanische Masse, zwischen 45 bis 4 30“ nördl. Br. und 26 41 bis 27² 5“ östl. L., die mit Einschluß der nördlich verlaufenden Höhen eine Fläche von 466 qlm bedeckt. Westwärts grenzt das Gebirge ans Meer und an die Küstenniederung im Bereich der Astuarien des Rio del Rey und des Alt-Calabar, im S. gleichfalls an das Meer, im O. an den Dschamur, dessen westl. Mündungsarm den Fuß des a das bespült, während die östl. Arme seines Delta das merkwürdige Astuarium Camerun, Duala oder Cameruns-Bai bilden, welches zwischen Kap Camerun im N. und Kap Suellaba im S. mit dem Meere in Verbindung steht und an welchem die Baptisten 1858 die Missionsstation Victoria errichtet haben. Der Bergkoloß wurde zuerst von dem Kapitän Burton und dem deutschen Botaniker Mann im Dez. 1861 und dabr 1862 bestiegen. Bei 1480 m Höhe beginnt das abyrinth großer Lavaströme und Schlackenfelder, und in 2730m Höhe tritt der erste Krater auf, deren man im ganzen 28 zählt. Der Mougoma-Lobah, d. i. Götterberg, oder Mount-Albert urE. Er zeigt Spuren neuern Ausbruchs. Der im an der Meeresküste gelegene Kleine C. ist 1774 m hoch. Der Mount-Hooker hat an seinem Gipfel einen 90 m tiefen Krater, aus welchem ein mächtiger Lavastrom geflossen ist. Die untere Gebirgslandschaft wird von dem aler Stamm der Ba-Kuiri, welcher der großen südafrik. Völker- und Sprachenfamilie angehört, zum Anbau von Bananen und Kokos benutzt. Nach der südlich an4. Mtter Bai von Ambas oder Ambozos nannte „Ritter dies Gebirge das Hochland der Amboser. Vgl. Burton, Abeokuta and the Camaroons Mountainso (2 Bde., 1863).