Cogalniceanu (Michael), rumän. Staatsmann und Historiker, geb. 1806, ward sehr jung auf den unter Joh. Stourdza neu begründeten Lehrstuhl der Geschichte zu Jassy berufen und ging 1834 nach Deutschland, wo er besonders zu Berlin lebte und eine Histoire de la Valachie et de la Moldavie (Berl. 1837) veröffentlichte. In seine Heimat zurückgekehrt, begründete C. mit dem Dichter Alecsandri und mit Negruzzi 1840 die Dacia litterariad, eine Revue wissenschaftlichen und belletristischen Inhalts; Rauch wirkte er mit für Begründung des Nationaltheaters und gab unter dem Titel Archiva romanescas (1841) eine Sammlung von geschichtlichen Dokumenten und unter dem Titel Letopisitzo eine Sammlung rumän. Chroniken (3 Bde., Jassy 1845 —52; 2. Aufl., Bukar. 1872) heraus. Seinen polit. Einfluß verdankt C. der Unionspartei, deren thätigstes Mitglied er selber war. Das in Gemeinschaft mit Konst. Hormuzachi und A. Panu derrmnten unionistische Organ Steua Dunäreiv übte großen Einfluß auf die öffentliche Meinung beider Länder aus. Seit der Wahl Cusas zum Fürsten der vereinigten Fürstentümer Moldau und Walachei (Jan. 1855) war C. an allen wichtigen Staatsakten beteiligt. Als Kultusminister gründete er die Universität Jassy. Als Ministerpräsident setzte er den Staatsstreich vom 14. Mai 1864 ins Werk. Zunächst schritt er nun zur Aufhebung der Robotpflicht rmißt, sind unter K aufzusuchen. und Einführung eines Kommunalgesetzes. Diesen folgten unter anderm die Einrichtung von Deartementalräten, die Promulgierung eines einheitlichen Civil- und Kriminalgesetzes sowie eines UnterrichtsgesetzesF. Die zum Teil infolge dieser allzu hastig bewerkstelligten Reformen entstandene Unzufriedenheit nötigte C. zum Rücktritt. Unter dem Fürsten Karl bekleidete er von Nov. 1868 bis 24. Jan. 1870 wieder das Ministerium des Innern, gehörte während des konservativen Ministeriums Lascar Catargi (1871—76) zur liberalen Opposition und als 1876 die Liberalen zur Regierung kamen, war er längere Zeit Minister des Außern und des Innern, ahne jedoch den frühern Einfluß zu besitzen. Nach ntorar Aufenthalt in Paris als rumän. Gesandter entbrannte in der Deputiertenkammer zwischen ihm und seinem frühern Kolleen aus dem liberalen Ministerium Bratianu eine heftie Esch vornehmlich wegen der Donaufrage, in der C. sich dem russ. Standpunkt zuneigte, jedenfalls gegen die österr. Ansprüche agitierte.