Dombrowski (Jan Peb. richtiger Dabrowski, poln. General, geb. 29. Aug. 1755 zu Pierszowice, einem in der krakauer Woswodschaft gelegenen Familiengute, verlebte die Jugendjahre in Sachsen, wo sein Vater als kursächs. Oberster mit seinem Regiment stand. Ohgleich seit 1770 in sächs. Militärdiensten, eilte er 1792 nach Warschau, als die dem Jeldeuge der Wof zusammentrat. Er wohnte dem Feldzuge der Polen gegen Rußland bei und wurde 1793 Vizebrigadier unter dem General Byszewski. Während der Insurrektion unter Kosciuszko (1794) unterstützte er den Aufstand im Posenschen, über den er eine deutsche Denkschrift (Posen 1839; Berl. 1845) verfaßte. Nach Kosciuszkos Gefangennehmung zog er sich zwar sehr geschickt nach Warschau zurück, mußte sich jedoch bei Radoszyce ergeben. Er ging dann nach Paris, wo ihn die Direktorialregierung zur Errichtung einer poln. Legion zu Bonaparte nach Italien sandte, und bald strömten auf D.s Aufruf aus Mailand (1796) die Polen von allen Seiten herbei. Unter D.s Führung nahm die poln. Legion an den Waffenthaten der franz. Heere in Italien teil und zog 3. Mai 1798 in Rom ein. Glänzende Beweise seiner Tapferkeit gab D. in dem Feldzuge 1799 — 1800 unter Gouvion 7½%½ und Masseéna, bis ihn eine im Apennin erhaltene Wunde auf einige Zeit außer Thätigkeit setzte. 31 0 Bonapartes Befehl bildete er nach der Schlacht bei Marengo mit Beihilfe des Generals Wielhorski zwei neue poln. Legionen. Doch mit der Erstürmung von Casabianca bei Peschiera (13. Jan. 1801) hörte seine militärische Wirksamkeit in Italien auf. Nach dem Frieden von Amiens trat er als Divisionsgeneral in die Dienste der Cisalpinischen Republik, später in die des Königs von Neapel. und der Schlacht bei Jena forderte Napoleon ihn und Wybicki auf, den Aufruf (vom 1. Nov. 1806) zum Aufstande an seine Landsleute zu erlassen. Der Aufruf war von großer Wirkung. D. zog in Warschau an der Spitze zweier poln. Divisionen ein, nahm danach an der Belaerung von Danzig teil und wurde bei Dirschau und riedland, wo seine Divisionen viel zum Siege beitrugen, verwundet. In den J. 1807 und 1808 blieb er im Posenschen, vertrieb 1809 an der Spitze von fliegenden Korps die Osterreicher aus der Gegend von Bromberg bis nach Galizien und befehligte 1812 eine Division des 5. Armeekorps. Auf dem Rückzuge der franz. Armee trug er zur Förderung des Übergangs über die Beresina wesentlich bei. Im Feldzuge von 1813 zeichnete er sich, mit seinen Polen einen Teil des 7. Armeekorps bildend, besonders in den Treffen bei Teltow, Großbeeren und Jüterbog aus. In den Schlachttagen bei Leipzig kämpfte er unter Marschall Marmont und verteidigte bis zuletzt die Hallesche Vorstadt. Nach Poniatowskis Tode übernahm er den Befehl über die poln. Truppen, kehrte nach der Abdankung Napoleons nach Polen zurück und wurde 1815 vom Kaiser Alexander zum General der Kavallerie und zum Senator-Wojwoden der poln. Landstände ernannt. Doch schon 1816 zog er sich auf sein Landgut Wina-Gora im Pos aunchen zurück und starb daselbst 6. Juni 1818. Seine hinterlassene Histoire des légions polonaises en Italies gab Chodzlo (2. Aufl., 2 Bde., Par. 1829) heraus.