Cusa oder Cuza (Alexander Johann I.), Fürst der vereinigten Fürstentümer Moldau und Walachei von 1859—66, geb. 20. März 1820 zu Husch in der Moldau, kam, 14 J. alt, zu seiner Ausbildung nach Paris, wo er bis 1839 verweilte. Nach seiner Rückkehr in die Heimat trat er in den Justizdienst, nahm dann an den Ereignissen von 1848 lebhaften Anteil und wurde deshalb vom damaligen Fürsten Michael Sturdza in die Verbannung geschickt. Unter dem Fürsten Gregor Ghika zurückgekehrt, war er einige Zeit Präfekt des Kreises Galah. Als in der Moldau auf Grund der pariser Konvention von 1858 die Wahlen zur Gesetzgebenden Versammlung stattfanden, wählte ihn die Stadt Galatz zum Abgeordneten. Unterdessen war C. in die Armee getreten und rückte schnell zum Obersten auf. Im J. 1858 trat er als Kriegsminister in das Kabinett der provisorischen Kaimakamie für die Moldau, 5. (17.) Jan. 1859 wurde er durch den Einfluß der Unionspartei in Jassy zum Fürsten der Moldau, dann 24. Jan. (5. Febr.) in Bukarest zum Fürsten der Walgchei erwählt und auf die pariser Konvention beeidigt. Erst während seiner persönlichen Anwesenheit in Konstantinopel Okt. 1860 wußte C. seine Guursur für beide Fürstentümer auszuwirken, doch nur für seine Lebenszeit. Nachdem der Bestätigungsferman am 23. Dez. 1861 angelangt, ward noch an demselben Tage die Union der Fürstentümer unter dem Namen Rumäniene proklamiert. C. eseht darauf beide Kammern nach Bukarest; da dieselben aber den angebahnten Reformen einen hartnäckigen Widerstand entgegensetzten, löste sie der Fürst im Mai 1864 auf und dekretierte eine neue Konstitution, das sog. Statut, durch welches der Wahleensus erweitert und worin sämtliche in der pariser Konvention angebahnte Reformen aufgenommen wurden. Gleichzeitig wurde durch dieses Statut die Autonomie des neuen Staates Rumänien in Bezug auf seine innern Angelegenheiten festgestellt. Im 501 1864 dekretierte der Fürst die Ablösung der bisherigen Grundlasten und die vollständige Emaneipation des Bauernstandes. Die durch alle diese Maßregeln und durch die kostspielige Verwaltung des Fürsten erbitterten Ultrakonservativen verbanden sich jedoch mit der ultrademokratischen Partei und stürzten ihn 11. Febr. 1866 durch eine Militärverschwörung. (S. Rumänien, Geschichte.). Nach seiner Entthronung lebte C. einige Zeit in Döbling bei Wien, dann in Florenz, später in Wiesbaden und starb 15. Mai 1873 in Heidelberg. Seine 12. Mai 1844 mit Helene Roseti (geb. 27. Juli 1827) geschlossene Ehe ist kinderlos geblieben, doch führen zwei adopkierte Söhne seinen Namen.